| Ein Blick auf Solothurn: Kantonale Ankäufe 1990 2000 Ganzes Parterre, 23. Juni bis 26. August 2001 |
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| Zu den wichtigsten Aufgaben des Kantonalen Kuratoriums für Kulturförderung gehört der Erwerb von Kunstwerken von Künstlerinnen und Künstlern aus dem Kanton Solothurn. Wurde vor einigen Jahren im Palais Besenval die vom Kanton finanzierte Kunst am Bau vorgestellt, zeigt das Kunstmuseum Solothurn nun eine Auswahl der beweglichen Kunstwerke, die zwischen 1990 und 2000 erworben wurden und zumeist auch in dieser Zeitperiode entstanden sind. (Auswahlkriterium war das Ankaufsjahr, nicht das Entstehungsjahr.) Alle Bilder, Zeichnungen, Skulpturen und Objekte wurden auf Antrag des Fachausschusses für Bildende Kunst und Architektur angekauft, die Mehrzahl der ausgestellten Fotografien dagegen auf Antrag des Fachausschusses für Foto, Film und Video. Aus rund 500 Werken, die heute fast ausschliesslich die verschiedenen Amtsstellen des Kantons schmücken, konnte für die Ausstellung etwa ein Fünftel ausgesucht werden. Den ausgestellten Kunstwerken steht eine von Heinrich Breiter realisierte Dia-Projektion sämtlicher Ankäufe gegenüber, die per Fusstastendruck alphabetisch durchgesehen werden können. Als Grundlage dienten die Schwarz-Weiss-Aufnahmen, die das Amt für Kultur und Sport als Inventarfotos herstellte. Dadurch ist grösstmögliche Transparenz sowohl über die getätigten Ankäufe - gleichsam ein Rechenschaftsbericht des Kuratoriums - als auch über die spezifische Auswahl gegeben, die im Vergleich zwischen Ganzheit und Teil einschätzbar wird. Ein Blick auf Solothurn meint darum nicht nur Einblick, sondern ebenso 1 Blick: Im Unterschied zu den Kantonalen Jahresausstellungen, die aufgrund eines Jury-Entscheides zustande kommen, reflektiert die jetzige Überblicksausstellung die subjektive Sicht des Konservators. Anhand von rund 100 Einzelwerken und Serien werden 51 Künstlerinnen und Künstler verschiedener Generationen vorgestellt. Neben national bekannten Kunstschaffenden wie Michael Biberstein, Roman Candio, Gunter Frentzel, Schang Hutter, Jean Mauboulès, Oscar Wiggli oder René Zäch finden sich auch junge vielversprechende Talente. Die verwendeten Medien sind vielfältig. Es fällt jedoch die geringe Zahl an dreidimensionalen Werken auf, die wohl mit dem Bestimmungszweck der Ankäufe als Raumschmuck zusammenhängt. Häufig sind es denn auch kleine und mittlere Formate, Arbeiten auf Papier oder Fotografien, die erlaubt haben, in unserer Ausstellung reizvolle Kabinette zu bilden. Gleichwohl finden sich auch einige grossformatige Bilder und Skulpturen, die mit einigem Aufwand aus den Gängen und Foyers öffentlicher Gebäude ins Kunstmuseum Solothurn gebracht wurden. Stilistische Tendenzen oder Schulen lassen sich in der Solothurner Kunst der letzten zehn Jahre nicht ablesen, zumal in der Ausstellung mehrere Generationen zusammenkommen. Aber auch innerhalb der gleichen Generation zeigt sich die Kunst der neunziger Jahre auffallend disparat. Eine Solothurner Schule lässt sich am ehesten noch im Bereich der Fotografie erkennen, die im Bereich der Reportage immer wieder Hervorragendes hervorgebracht hat und mit Roland Schneider und Daniel Schwartz auch über bekannte Vertreter verfügt. Spannend ist der Vergleich zwischen der klassischen Reportage-Fotografie und den Werken junger Solothurner Fotografinnen und Fotografen, unter denen die Arbeiten von Martin Blum oder Jürg Hugentobler über die Kantonsgrenzen hinaus Beachtung gefunden haben. Ein Blick auf Solothurn vermittelt ein vielfältiges Bild der Solothurner Kunst. Anzumerken bleibt jedoch, dass etliche Kunstschaffende nicht mehr im Kanton Solothurn, sondern in Zürich und Basel oder im Ausland leben. So ist denn auch beim ohnehin schon föderalistisch ausgerichteten Kanton Solothurn von einer Solothurner Szene nichts auszumachen. Der Blick auf die Sammlung des Kantons Solothurn suggeriert eine Szene auf Zeit, einen Zusammenhang aus dem Zusammenhängen von Werken, deren zweifache Auswahl durch Kuratorium wie Konservator zu Fragen und Disputen anregen wird. In einer Podiumsdiskussion (Moderation: Hanspeter von Däniken, Leiter Abteilung Kultur Tages Anzeiger) wird am Donnerstag, 16. August, um 19 Uhr über die kantonale Kunstförderung und Ankaufspolitik öffentlich debattiert. Christoph Vögele Donnerstag, 16. August, 19 Uhr, im Kunstmuseum Solothurn |
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