| 29. Juni bis 22. September 2002 Bildhauerzeichnungen. Aus der Graphischen Sammlung des Kunstmuseums Solothurn |
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| John Armleder: Ohne Titel, 1982 Dispersion, Öl auf Papier, 49 x 66 cm |
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| Eva Aeppli John Armleder Martin Disler Franz Eggenschwiler Alberto Giacometti Schang Hutter Zoltan Kemeny Bernhard Luginbühl Jean Mauboulès Robert Müller Meret Oppenheim Markus Raetz Dieter Roth Mario Sala Heinz Schwarz Roman Signer Anselm Stalder Hugo Suter Paul Talman André Thomkins Jean Tinguely Oscar Wiggli Werner Witschi René Zäch Zum 100-Jahr-Jubiläum des Kunstmuseums Solothurn wurden die Ausstellungsräume im Untergeschoss umgebaut. Das Neue Grafische Kabinett wird eröffnet mit einer Präsentation von Meisterwerken aus der eigenen Sammlung. Mit rund 130 Bildhauerzeichnungen von 24 Schweizer Künstlerinnen und Künstlern wurde hierzu ein Kerngebiet unserer grafischen Bestände ausgewählt. Dank einer konsequenten Sammlungspolitik besitzt das Kunstmuseum Solothurn heute die wohl grösste und bedeutendste Sammlung zum Schaffen von Schweizer BildhauerInnen nach 1945. Neben plastischen Hauptwerken konnten von denselben Kunstschaffenden zahlreiche Zeichnungen als Ankäufe oder Schenkungen aufgenommen werden. Davon ist nun eine kleine Auswahl zu sehen. Der zur Ausstellung erscheinende Sammlungskatalog ver-zeichnet einen Gesamtbestand von 1238 Einzelblättern. Die Liste der in der Ausstellung vertretenen 24 Kunstschaffenden liest sich wie ein Who is Who der Schweizer Kunstgeschichte nach 1945: Eva Aeppli, John Armleder, Martin Disler, Franz Eggenschwiler, Alberto Giacometti, Schang Hutter, Zoltan Kemeny, Bernhard Luginbühl, Jean Mauboulès, Robert Müller, Meret Oppenheim, Markus Raetz, Dieter Roth, Mario Sala, Heinz Schwarz, Roman Signer, Anselm Stalder, Hugo Suter, Paul Talman, André Thomkins, Jean Tinguely, Oscar Wiggli, Werner Witschi, René Zäch. Die Aufzählung macht deutlich, dass die international bedeutenden Beiträge von Schweizer Kunstschaffenden zu einem grossen Teil aus dem Bereich der Skulptur stammen. Nicht alle Genannten werden dem Publikum jedoch als Bildhauer bekannt sein. So hat etwa André Thomkins nur wenige dreidimensionale Werke geschaffen, und Künstler wie Roman Signer, René Zäch oder Mario Sala wenden sich mit ihren Objekten und Installationen von der klas-sischen Bildhauerei ab. Auch der Begriff der Bildhauerzeichnung wird in unserer Ausstellung weit gefasst. So werden nicht nur Werkzeichnungen für bestimmte Skulpturen, sondern sämtliche Blätter der jeweiligen BildhauerInnen präsentiert, also auch eigenständige Handzeichnungen. Im Neben-einander von Skizzen, Studien und ausgeführten Arbeiten, von Blättern unterschiedlichster Techniken erhält die Ausstellung ihren besonderen Reiz. Dabei zeigt sich die Zeichnung nur selten als blosses Mittel zum Zweck. Ganz im Gegenteil kann das zeichnerische Schaffen bei vielen Kunstschaffenden als ebenso bedeutend erkannt werden wie die Skulpturen, ja zuweilen als der eigentliche Kern des Gesamtwerks. So gehören die Zeichnungen von Alberto Giacometti, Bernhard Luginbühl, Robert Müller, Jean Tinguely oder Roman Signer zu den unbestrittenen Höhepunkten der Schweizer Kunst des 20. Jahrhunderts. Beim Erweitern der Grafischen Sammlung bemühte man sich stets um den Erwerb zusammenhängender Werkgruppen. Zu den Glanzstücken der Ausstellung gehören nun auch ganze Serien wie die neun Zirkel-Konstruktionen (1958) von Dieter Roth, eine vielteilige Studienreihe zur Skulptur Crocro-drome (1977) von Jean Tinguely, sechs Projektzeichnungen von Roman Signer aus den siebziger und achtziger Jahren sowie eine im letzten Jahr enstandene Zeichnungsfolge von René Zäch um nur gerade einige der markantesten Beispiele zu nennen. Die Ausstellung ermöglicht einen weiten Überblick zum Thema der Bildhauerzeichnung, auf einem für die Schweizer Kunst nach 1945 einmalig hohen Niveau. Der sie begleitende Sammlungskatalog ist denn auch weit mehr als eine zum Festanlass erscheinende Bestandesaufnahme. Reich bebildert und mit Aufsätzen von elf ausgewiesenen Fachleuten versehen, darf das Buch den Anspruch eines Standardwerkes erheben. Christoph Vögele
Das Buch zur Ausstellung: Christoph Lichtin, Christoph Vögele (Hrsg.): Bildhauerzeichnungen, Kunstmuseum Solothurn 2002. Mit Texten von Angelika Affentranger-Kirchrath, Katharina Ammann, Konrad Bitterli, Matthias Fischer, Jochen Hesse, André Kamber, Christoph Lichtin, Simonetta Noseda, Roswitha Schild, Christoph Vögele und Max Wechsler. 228 Seiten, 145 Farbabbildungen, 33 s/w-Abbildungen, Katalog und Künstlerbiografien, Fr. 48.- |
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