Archiv Jahresprogramm 2001



Otto Lehmann

20. Januar bis 18. März 2001
Parterre Ost


Der Luzerner Maler und Zeichner Otto Lehmann (*1943) ist in den 80er Jahren im Umfeld der «Neuen Wilden» bekannt geworden. Obwohl sich sein Schaffen im Verlauf der Jahre deutlich verändert hat, wandelte es sich mit seltener Konsequenz. Bestimmend ist bis heute seine Nähe zur «Art brut». Die gleiche zeichnerische Verdichtung, die schon in seinen figurativen Zeichnungen auffiel, findet sich bei seinen neuen ungegenständlichen Kugelschreiber- und Tintenroller-Zeichnungen wieder. Und die Bedeutung des Lichtes, die sich auf seinen Tusche-Zeichnungen strahlend manifestiert, kündete sich bereits auf seinen ersten dunkeltonigen Blättern an. Die Kraft der Illusion und Suggestion ist der physischen Kraft der Farbe und des Lichtes gewichen. Die Ausstellung, welche die Radikalität und Intensität von Lehmanns Schaffen anhand von Arbeiten auf Papier zeigt, verbindet eine wichtige Werkgruppe von 1978 mit Lehmanns ungegenständlichen Arbeiten der letzten fünf Jahre.

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Roman Signer: Zeichnungen und Filme

31. März bis 10. Juni 2001
Parterre West


Roman Signer (*1938) gehört durch seine Aktionen an der Documenta 8 in Kassel (1987) und an der letzten Biennale in Venedig (1999) sowie durch seine kürzlichen Einzelausstellungen in Wien und Maastricht zu den international bekanntesten Schweizer Künstlern. Im Zentrum der Solothurner Ausstellung stehen rund 80 Zeichnungen, die Signer in den 70er und 80er Jahren geschaffen hat. Damit erfüllt sich der Wunsch des Künstlers, der bekannten «explosiven» Seite für einmal eine leisere gegenüberzustellen. Bei den Exponaten handelt es sich um aquarellierte Tusche-Zeichnungen, in denen er «kleine Ereignisse» erfunden hat, die in manchen Fällen später auch realisiert worden sind. In Super- 8-Filmen sind diese Aktionen festgehalten worden. Auf Video-Kassetten überspielt, sind sie in der Ausstellung auf Monitoren zu sehen. Ein weiterer Aktions-Film wird zudem in einer Grossprojektion gezeigt. Die Ausstellung wird anschliessend vom Westfälischen Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Münster übernommen.

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Hansruedi Riesen:
150 Jahre und ein Moment


Fotografien zum Jubiläum des Kunstvereins Solothurn
In Zusammenarbeit mit dem Kunstverein Solothurn

20. Mai bis 15. Juli 2001
Graphisches Kabinett


Im Sommer 2000 feierte der Kunstverein Solothurn sein 150-Jahr-Jubiläum mit einem grossen Fest. Die Vorbereitungen und die zweitägige Feier wurden vom Solothurner Fotografen Hansruedi Riesen (*1954) vom 9. bis 15. August 2000 festgehalten. Obwohl es sich bei der umfangreichen Fotoserie um eine Auftragsarbeit handelt, wird darin der künstlerische Anspruch und die Eigenart des Fotografen sichtbar. Eine Auswahl von farbigen und schwarzweissen Aufnahmen ruft das Fest der Künste nochmals in Erinnerung: Festarchitektur, Installationen, Performances, Atmosphäre und Stimmung. Als Chronist und Künstler hat Hansruedi Riesen Momente fotografiert, die als Bilder fortdauern und nicht nur die Geschichte eines Vereins, sondern einer ganzen Stadt fortschreiben.

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Ein Blick auf Solothurn:
Kantonale Ankäufe 1990 – 2000


23. Juni bis 26. August 2001
Ganzes Parterre


Zu den wichtigsten Aufgaben des Kantonalen Kuratoriums für Kulturförderung gehört der Erwerb von Kunstwerken von Künstlerinnen und Künstlern aus dem Kanton Solothurn. Der Fachausschuss für Bildende Kunst und Architektur hat in den vergangenen 10 Jahren nahezu 500 Werke, vor allem Bilder, Zeichnungen und Skulpturen, zusammengetragen. Ein Teil davon schmückt heute die verschiedenen Amtsstellen des Kantons, anderes ist als «Kunst am Bau» direkt für Innen- und Aussenräume öffentlicher Gebäude geschaffen worden. Eine Auswahl der beweglichen Kunstwerke ist nun in den sieben Parterre-Sälen des Kunstmuseums ausgestellt. Zum einen kann die Ausstellung als visualisierter «Rechenschaftsbericht», zum andern als Einblick in das gegenwärtige Solothurner Kunstschaffen verstanden werden. Neben national bekannten Kunstschaffenden wie Roman Candio, Gunter Frentzel, Jean Mauboulès, Oscar Wiggli oder René Zäch rückt nun vor allem eine jüngere Generation von Solothurnerinnen und Solothurnern ins Zentrum dieses Blickes.

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Analog – Dialog
Plan, Modell und Bühne in der zeitgenössischen Kunst
Plan, Modell ud Bühne in der zeitgenössischen Kunst

Doppelausstellung mit dem Musée jurassien des Arts Moutier

15. September bis 11. November 2001
Ganzes Parterre


Immer häufiger beschäftigen sich zeitgenössische Kunstschaffende mit Plänen, Modellen und Inszenierungen. Viele dieser Werke suchen eine bewusste Position zwischen sichtbarer Wirklichkeit und Fiktion. Sie spiegeln unseren neuen Umgang mit dem Realen, der bei den heutigen technologischen Möglichkeiten zur Erzeugung virtueller Welten zunehmend hinterfragt wird. Zu den Exponaten gehören Zeichnungen, Objekte und betretbare Räume, mit Kamera oder Computer erzeugte Arbeiten. Oftmals suggerieren sie die Möglichkeit einer Realisation, beziehen sich auf real Existierendes wie Städte, Gebäude, auf private oder urbane Möblierungen und Einrichtungen. Gleichwohl aber bleiben sie fiktiv. Die Pendelbewegung, die das Modell durch seine Zwischenposition charakterisiert, findet auf anderer Ebene auch in der Zusammenarbeit der Kunstmuseen von Solothurn und Moutier statt. Sie ermöglicht unter einem gemeinsamen Thema einen Austausch zwischen Kunstschaffenden der Deutschschweiz und der Romandie. Insgesamt sind rund 30 Künstlerinnen und Künstler verschiedener Generationen, zumeist aus der Schweiz, vertreten.

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Dieter Hall:
Bed, Bathroom and Beyond.
Pastelle 1999-2001

28. Oktober 2001 bis 6. Januar 2002
Graphisches Kabinett


Der seit vielen Jahren in New York lebende Zürcher Künstler Dieter Hall (*1955) zeigt in seiner ersten Einzelausstellung in einem Museum eine umfangreiche Serie von Pastellen. Die Intimität des Graphischen Kabinetts entspricht der Intimität der ausgestellten Werke. Im Zentrum stehen Interieurs und männliche Akte. Die motivische Verwandtschaft mit den berühmten Pastellen von Edgar Degas ist offensichtlich. Gleichwohl sind Halls Akte ganz unserer Zeit verbunden. Ihre Nacktheit wird ohne Voyeurismus oder klassische Überhöhung gezeigt. Neben der ausgesprochenen Sinnlichkeit der Blätter berührt Halls Figuration durch die einfühlsame Erfassung der Menschen. Gerade in der behutsamen Wahrnehmung des Individuums werden existentielle Themen angetönt: Zärtlichkeit und Sexualität, Krankheit, Altern und Sterben. Das Sich-Aussetzen macht nicht nur den Inhalt, sondern auch die Haltung von Halls Schaffen aus. Dazu gehört auch die ganz unakademische Bildsprache des Autodidakten.

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Von Ferne lässt grüssen
Schweizer Orientmalerei
des 19. Jahrhunderts


24. November 2001 bis 27. Januar 2002
Parterre Ost


Ausgehend vom Solothurner Maler und Weltenbummler Frank Buchser widmet sich die Ausstellung dem Thema der Schweizer Orientmalerei des 19. Jahrhunderts. Nach Napoleons Ägyptenfeldzug kam es während des ganzen Jahrhunderts zu einer eigentlichen Orient-Mode, zumal in Paris, wo nach dem Vorbild von Ingres und Delacroix die exotischen Motive von unzähligen Salon-Malern gepflegt wurden. Auch in der Schweiz gab es eine beachtliche Zahl von Malern, die nach Nordafrika und Kleinasien reisten, um vor Ort nach Bildquellen zu suchen. Neben Frank Buchser und dem Winterthurer Künstler Hans Kaspar Weidenmann reisten vor allem Maler aus der Romandie wie Charles Gleyre, Eugène Girardet und Louis-Auguste Veillon in die arabische Welt. Fasziniert von den fremden Menschen und ihren Gebräuchen, von der Wüstenlandschaft mit ihrem besonderen Licht, schufen sie Werke von farbiger Sinnlichkeit. Neben den Meisterwerken von Buchser und Gleyre bietet die Ausstellung Entdeckungen aus den Depots verschiedener Schweizer Museen.

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