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Archiv Jahresprogramm 2002 Von ferne lässt grüssen. Schweizer Orientmalerei des 19. Jahrhunderts 24. November 2001 bis 27. Januar 2002 Parterre Ost Der hervorragende Bestand von Marokko-Bildern des Solothurner Malers Frank Buchser (18281890) ist für das Kunstmuseum Solothurn Anlass, das bislang kaum behandelte Thema der Schweizer Orientmalerei im 19. Jahrhundert in einer Ueberblicksausstellung zu präsentieren. Da die Blütezeit der Orientmalerei mit dem Höhepunkt des europäischen Kolonialismus korrespondiert, tritt sie als Strömung vor allem bei Kolonialmächten auf. Während sich in Frankreich viele Künstler ganz dem Orientalismus zuwenden, bildet er bei Schweizer Malern nur gerade eine begrenzte Schaffensphase. Im Gegensatz zu den pikanten Orientfantasien der französischen Salonmalerei widmen sich die Schweizer Orientalisten eher ethnografischen und architektonischen Studien (Johann Caspar Weidenmann, Charles Gleyre, Karl und Edouard Girardet) sowie der Landschaftsmalerei (Louis-Auguste Veillon, Etienne Duval, Abraham Hermanjat). Aber auch hier handelt es sich weniger um objektive Abbilder der orientalischen Wirklichkeit als um Projektionen und Wunschvorstellungen der Maler, die in der Fremde ein ursprünglicheres, freieres Leben zu finden glaubten. Detailbeschreibung Jean Mauboulès. Zeichnungen. Skulpturen, Reliefs, Arbeiten auf Papier 3. Februar bis 1. April 2002 Parterre West Unter dem Titel Zeichnungen wird das Schaffen von Jean Mauboulès (1943 in den französischen Pyrenäen geboren, seit 1973 im Kanton Solothurn lebend) in seinen Zusammenhängen zwischen Skulpturen, Reliefs und Arbeiten auf Papier gezeigt. Dabei wird der Versuch unternommen, das Gesamtschaffen aus Mauboulès primärem Interesse für Raum und Zeichnung zu verstehen, das die Sicht des ausgebildeten Architekten seit jeher geprägt hat. Obwohl das Schwergewicht auf den neuesten Werkgruppen liegt, erhebt die Ausstellung den Anspruch einer Übersichtsausstellung, die unterschiedlichste Formate, Techniken und Serien der letzten dreissig Jahre einschliesst. In der Fülle künstlerischer Zugänge fällt die Konsequenz des Denkens und Gestaltens auf. Immer neu setzt Mauboulès, ebenso einfühlsam wie präzis und konzentriert, seine einfachen Zeichen in den Raum, an die Wand, aufs Blatt, um auf die Leere zu antworten und diese zugleich als Freiraum sichtbar zu machen. Mauboulès' Werke erlauben ein langes, langsames Betrachten, meditative Versenkung. Die Präzision des Künstlers gleicht den geduldig-endlosen Übungen von Zen-Meistern. Die Ausstellung wird anschliessend vom Neuen Kunstverein Aschaffenburg übernommen. Detailbeschreibung Im Sucher. Zeitgenössische Fotografie in Solothurner Sammlungen Veranstaltet vom Kunstverein Solothurn 2. März bis 21. April 2002 Graphisches Kabinett Der Kunstverein Solothurn veranstaltete sowohl zu seinem 100- wie zu seinem 125-Jahrfest Ausstellungen, welche die Öffentlichkeit über die private Sammeltätigkeit in der Region Solothurn orientierte. Zum 150-Jahrjubiläum wurde zugunsten von Buch und Fest darauf verzichtet. Nun, zwei Jahre später, zum 100. Geburtstag des Kunstmuseums Solothurn, soll gezeigt werden, was in den beiden vorherigen Sammlungsausstellungen gänzlich ausgespart wurde: die Fotografie. Obwohl zahlreiche bedeutende Fotografen aus der Region stammen und schon lange und regelmässig Fotoausstellungen stattfinden, ist die allgemeine Wertschätzung dieses 165 Jahre alten Mediums hier noch vergleichsweise gering, während es auf nationalem wie internationalem Kunst-Parkett Triumphe feiert. Dennoch gibt es in Solothurn einige LiebhaberInnen, die Fotoarbeiten als Kunst erkennen und sammeln. Orientieren sie sich dabei an dem in Solothurn Verfügbaren oder an den globalen Tendenzen der Gegenwartskunst? Die von Roswitha Schild kuratierte Ausstellung überrascht mit hervorragenden Werken von nationalen wie internationalen Kunstschaffenden. Detailbeschreibung Ana Axpe 13. April bis 9. Juni 2002 Parterre West Die 1968 in Argentinien geborene, seit 1990 in Genf lebende Video-, Foto- und Installationskünstlerin Ana Axpe gehört zu den interessantesten Figuren der aktuellen Schweizer Kunstszene und wurde für ihr mutiges Schaffen mehrfach mit dem Eidgenössischen Kunststipendium ausgezeichnet. Die Ausstellung im Kunstmuseum Solothurn ist Axpes erste grosse Ausstellung in der Deutschschweiz. Axpes schillernd ambivalente Inhalte kreisen um Extremformen weiblicher Existenz zwischen Pin up, Hollywood-Glamour und psychiatrischer Internierung. Seit 1996 nimmt die fingierte TV-Serie ¡No Firmo! einen besonderen Platz in ihrem Schaffen ein. Dabei geht es weniger um ein Nachahmen einer ganzen TV-Serie als um die Promotion der Hauptfigur Adela Conti mit Plakaten, Filmstills und Videoausschnitten. In unzusammenhängenden Episoden begegnet uns Adela Conti als Star einer schillernden Welt. Die stereotypen Szenen und Situationen sind sattsam bekannt aus einschlägigen Fernsehserien und Klatschreportagen über «echte» Stars. Die realen Schauplätze und die Präzision der Inszenierung täuschen darüber hinweg, dass es sich bei Adela Conti um ein reines Kunstprodukt handelt. Die Grenzen von Realität und Fiktion verwischen sich laufend. Detailbeschreibung Veranstaltungen zum 100-Jahr-Jubiläum des Kunstmuseums Solothurn Umfasst die folgenden vier Anlässe: Tapetenwechsel. Zeitgenössische Wandmalerei und Wandzeichnung 29. Juni bis 24. August 2002 Ganzes Parterre In den letzten Jahren beschäftigen sich immer mehr Kunstschaffende mit Malerei und Zeichnung, die sie direkt auf die Wand ausführen. Dabei wenden sie jedoch nicht mehr die traditionelle Fresko-Technik an, und ihre Werke sind auch nicht mehr auf Dauer angelegt. Die jüngste Generation nimmt u.a. die Tradition der Tapete wieder auf und schafft in manchen Fällen mit der passenden Inneneinrichtung gar eine eigentliche Lounge-Ästhetik. Die Gruppenausstellung, an der u.a. Kunstschaffende wie Hubert Dechant, Christian Denzler, Alex Hanimann, Franticek Klossner oder Karim Noureldin beteiligt sind, zeigt die unterschiedlichsten Aspekte der zeitgenössischen Wandzeichnung und Wandmalerei, die bis hin zur Projektion von Filmbildern reicht. Das letzte Wandbild schafft Roman Signer anhand einer Aktion an der Vernissage vom 29. Juni. Detailbeschreibung Bildhauerzeichnungen. Aus der Graphischen Sammlung des Kunstmuseums Solothurn 29. Juni bis 22. September 2002 Neues Graphisches Kabinett Mit der Ausstellung Tapetenwechsel wird zugleich das Neue Graphische Kabinett eröffnet. Der Umbau der Soussol-Räume ist ein Geburtstagsgeschenk der Stadt Solothurn an das Kunstmuseum Solothurn und seine BesucherInnen. Die Eröffnungsausstellung unter dem Titel Bildhauerzeichnungen zeigt ein Kerngebiet unserer Graphischen Sammlung. Sie umfasst u.a. bedeutende Werkgruppen von Alberto Giacometti, Jean Tinguely, Bernhard Luginbühl, Robert Müller, André Thomkins, Meret Oppenheim, Markus Raetz, Martin Disler, Jean Mauboulès, Roman Signer, René Zäch und Mario Sala. Dabei werden nicht nur Blätter gezeigt, die spätere Skulpturen, Objekte, Installationen oder Projekte vorbereiten, sondern auch Beispiele der «freien» Zeichnung. Die Ausstellung zeigt das Thema auf einem für die Schweizer Kunst des 20. Jahrhunderts einmalig hohen Niveau und liefert zugleich neue Einsichten in die Entwicklung und Zukunft der Bildhauerzeichnung. Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Sammlungskatalog mit zahlreichen Aufsätzen. Detailbeschreibung Jubiläumsfest 100 Jahre Kunstmuseum Solothurn 24. August 2002 Ganzes Parterre, teilweise Museumsgelände Vom Nachmittagsprogramm für Familien und Kinder bis in die späten Nacht- und frühen Morgenstunden findet ein rauschendes Jubiläumsfest statt, das in allen Bereichen dem künstlerischen Anspruch unseres Hauses und seines bedeutenden Anlasses genügen soll. Das anlässlich der Ausstellung Tapetenwechsel ausgemalte Parterre des Kunstmuseums bildet den stimmungsvollen Rahmen für die verschiedenen Darbietungen, Bars und Lounges. Eingeladen sind besondere Redner und Köchinnen, Musikerinnen und Performer von nationaler Ausstrahlung. Zum Fest erscheint ein detailliertes Programm. Detailbeschreibung Von Holbein bis Oppenheim. Meisterwerke aus der Sammlung des Kunstmuseums Solothurn 14. September bis 3. November 2002 Ganzes Parterre, ganzer erster Stock In seltener Breite werden die Schätze unseres Hauses, Skulpturen, Objekte und Bilder, vorgestellt und mit detaillierten Anschriften versehen. Um unsere Sammlung vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart repräsentativ zeigen zu können, werden sämtliche 14 Säle des Parterre und des ersten Stockes eingesetzt. Diese abschliessende Jubiläumsveranstaltung stellt die bekannten und unbekannten Werke des Kunstmuseums Solothurn in teils anderer Hängung aus, ermöglicht mit neuen Nachbarschaften und Schwergewichten neue Bezüge und Einsichten. Dabei werden die Meisterwerke von Holbein und Ribera, Van Gogh und Klimt, Cézanne und Matisse ebenso wenig fehlen wie die Schlüsselbilder der Schweizer Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts von Buchser und Hodler, Amiet oder Vallotton. Ein Schwerpunkt liegt zudem auf der Skulptur des 20. Jahrhunderts, die mit Beispielen von Alberto Giacometti und Meret Oppenheim, von Tinguely und Luginbühl hervorragend vertreten ist. Begleitet wird die Ausstellung durch Vorträge, in denen VertreterInnen verschiedenster Fachrichtungen über ausgewählte Meisterwerke referieren. Die Veranstaltungsreihe wird vom Kunstverein Solothurn ermöglicht und von Christoph Lichtin organisiert; sie ist ein Geburtstagsgeschenk des Kunstvereins an das Kunstmuseum Solothurn. Detailbeschreibung Sophie Taeuber-Arp. Arbeiten auf Papier 5. Oktober 2002 bis 5. Januar 2003 Neues Graphisches Kabinett Sophie Taeuber-Arp (18891943), die mit zwei meisterhaften Blättern aus den dreissiger Jahren in der Sammlung des Kunstmuseums Solothurn vertreten ist, gehört zu den bedeutendsten Künstlerinnen unseres Landes. Mit Ihrem Schaffen hat sie einen internationalen Beitrag zur ungegenständlichen Kunst der frühen Moderne geleistet und besitzt in der Fachwelt einen ebenso grossen Ruf wie ihr Lebenspartner Jean Arp. Nach den Zentenarausstellungen von 1889/90 in Aarau, Bochum, Paris und Lausanne präsentiert das Kunstmuseum Solothurn die Künstlerin erneut, nun aber ausschliesslich mit Arbeiten auf Papier aus allen Schaffensphasen. Darunter finden sich sowohl Gouachen und Aquarelle als auch Farbstift-, Bleistift- und Tuschezeichnungen. Taeubers Arbeiten auf Papier nehmen in ihrem Schaffen einen zentralen Platz ein. In den Kriegsjahren 194043 beschränkt sie sich aufgrund der häufigen Wohnortwechsel und der beschränkten Mittel sogar ausschliesslich auf kleinformatige Blätter. Dabei entsteht eine Vielzahl von Zeichnungen, in denen sie sich dem grossen Thema der Linie widmet. Detailbeschreibung Kantonale Jahresausstellung Veranstaltet vom Kunstverein Solothurn 23. November 2002 bis 5. Januar 2003 Ganzes Parterre Im Wechsel mit dem Kunstmuseum Olten zeigt das Kunstmuseum Solothurn jedes zweite Jahr die Kantonale Jahresausstellung. Aus den Eingaben von Solothurner Kunstschaffenden wählt Ende 2002 wiederum eine vom Vorstand des Kunstvereins Solothurn eingesetzte Jury die besten Werke aus. Die Ausstellung gibt einen breiten Einblick in das aktuelle Kunstschaffen unserer Region. Das Ausstellungsprogramm des Kunstmuseums Solothurn wird unterstützt durch ein Kulturengagement des Lotteriefonds des Kantons Solothurn |
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