Archiv Jahresprogramm 2003



Marie-Theres Amici

18. Januar bis 16. März 2003
Parterre Ost


Marie-Theres Amici (*1943) gehört seit vielen Jahren zur Luzerner Kunstszene, wo sie sich im Bereich der Malerei einen Namen geschaffen hat. Die eindrucksvolle Konsequenz ihres Schaffens wird nun erstmals mit einer Museumsausstellung gewürdigt. Ausgangspunkt sind ihre seit 2001 entstehenden grossformatigen Wasserfall-Bilder, in denen sich die Malerin der paradoxen Aufgabe verschreibt, Bewegung im unbewegten Bild, farbloses Wasser mit Farben zu evozieren. Über den Prozess der Einfühlung erfindet die Künstlerin Formen und Mittel zur Darstellung des flüchtigen Motivs. Die Gestik des Malens entspricht der Kraft des Wassers: Die Malerei erinnert an Natur, die Natur an Malerei. Die gleichzeitig ausgestellten Zeichnungen verdeutlichen den zeichnerischen Charakter, der auch Amicis dichter und transparenter Malerei eigen ist. Die Ausstellung konzentriert sich weitgehend auf Werke der letzten vier Jahre. Sichtbar wird die intensive Arbeit in umfangreichen Reihen, die neben dem Motiv des Wasserfalls auch die Landschaft und den Garten einschliessen.

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Echoloten.
Suchbewegung im unbekannten Raum

Computergenerierte Kunst
Eine Ausstellung des Instituts für Digitale Kultur (IDK) in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Solothurn

18. Januar bis 6. April 2003
Graphisches Kabinett


Das IDK engagiert sich für die Vermittlung neuer Kommunikationsformen, die die zunehmende Digitalisierung der Welt hervorruft. In der Ausstellung Echoloten erforschen Kunstschaffende auf verschiedenste Weise die unbekannten Räume des virtuellen Neulands. Die Luzerner Gruppe zusammenstoss, u.a. mit Adi Blum (*1964) und Beat Mazenauer (*1958), lässt mit ihrem Projekt «Encyclopaedizer – Eine Enzyklopädie des Internets» die Utopie vom umfassenden Wissen aufleben. Die Suchbewegungen eines digitalen Agenten im World Wide Web werden sichtbar gemacht. Ebenso wie auf unser Schreib- und Leseverhalten wirken sich die Möglichkeiten unseres digitalen Zeitalters auch auf das Bild aus. Alexander Hahn (*1954) generiert Bilder von ungesehenen Landschaften: ein Transversalschnitt des Gehirns wird durch ein Geografieprogramm zur möglichen Insel. Im Hinblick auf die Filmtage wird ausserdem eine Plattform geschaffen für Video- und Flashfilme einer jungen Künstlergeneration. Eine Auswahl der eingereichten Arbeiten wird projiziert oder als Ton- und Bildinstallation erfahrbar gemacht.

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Ian Anüll

29. März bis 1. Juni 2003
Ganzes Parterre


Ab Mitte der achtziger Jahre ist das ebenso engagierte wie poetische Schaffen von Ian Anüll (*1948) zu einem Begriff in der nationalen und internationalen Kunstszene geworden. Seinen Ruf haben u.a. Präsentationen in der Kunsthalle Zürich, 1990, und an der Biennale von Sao Paolo, 1991, begründet. Nun wird sein vielfältiges Schaffen in einer grossen Übersichtsausstellung mit Bildern, Aquarellen, Objekten, Fotos, Filmen und Installationen der Jahre 1985 bis 2003 erneut zur Diskussion gestellt. Obwohl sich Ian Anüll einer stilistischen Zuordnung bewusst entzieht, ja den Stil als Markenzeichen thematisiert, wird im Überblick die Konsequenz des Schaffens offensichtlich. Innerhalb einer allgemeinen Beschäftigung mit Vermarktung und Konsum sowie der damit verbundenen Hinterfragung von Systemen und Machtstrukturen wird die Kunst selbst zum Thema. Neben Kritik und Ironie bestimmen seit jeher auch Humor, Intuition und Zufall das Schaffen. Bei solch spielerischem Ernst zeigt sich Anüll von seiner dadaistischen Seite. Das Projekt dieser ersten Gesamtschau wurde mit dem Meret Oppenheim Preis des Bundesamtes für Kultur ausgezeichnet und ermöglicht.

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Paarläufe:
Daniela Keiser und Peter Stamm


26. April bis 6. Juli 2003
Graphisches Kabinett


Seit Anfang 2002 unterhält die vom Schweizerischen Kunstverein herausgegebene Zeitschrift Das Kunstbulletin das Projekt Paarläufe, in dem Kunstschaffende und Literaten aufeinander bezogen werden. Aus Anlass der 25-Jahr-Feier der Solothurner Literaturtage findet nun ein weiterer Paarlauf im Kunstmuseum Solothurn statt, bei dem sich die Künstlerin Daniela Keiser (*1963) und der Schriftsteller Peter Stamm (*1963) begegnen. Sie verwandeln die intimen Räume des Graphischen Kabinetts in eine atmosphärische «Landschaft» von Klängen und Lichtbildern. Daniela Keiser, deren Schaffen u.a. 1999 im Museum für Gegenwartskunst Basel vorgestellt wurde, erleuchtet und öffnet die Säle mit mehreren raumgreifenden Projektionen. Peter Stamm, der vor dem Erscheinen seiner vielbeachteten Bücher Agnes (1998), Blitzeis (1999) und Ungefähre Landschaft (2001) u.a. als Hörspielautor arbeitete, wird die Räume mit einer akustischen Installation aufeinander beziehen. Die Thematik der (Zeit-)Reise mit ihren Gefühlen der Sehnsucht, Freiheit und Melancholie kann die beiden Paarläufer verbinden.

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Jean Pfaff

14. Juni bis 24. August 2003
Ganzes Parterre


Der heute in Katalonien lebende Maler Jean Pfaff (*1945) zählt zu den wichtigsten Vertretern der ungegenständlichen Malerei in der Schweiz. Im Verlauf seines Schaffens, das in einer grossen Übersichtsausstellung mit Werken der letzten 15 Jahre präsentiert wird, setzt er sich immer neu mit den wechselnden Wirkungen von Farbe, Farbauftrag und Farbträger auseinander. Am Vergleich der verschiedenen Werkphasen wird die Vielfalt von Ausdrucksmöglichkeiten ersichtlich, die sich im scheinbar engen Rahmen monochromer Malerei anbieten. Dabei fällt auf, dass sich Jean Pfaff zunehmend von der strengen Monochromie abwendet, um sich sukzessive einer subtilen Polychromie zu öffnen. Bemerkenswert sind seine berückend schönen Drucke auf indischen Papieren.
Sie verdeutlichen, wie sehr Pfaffs Malerei von räumlichen und natürlichen Vorstellungen geprägt ist. Die Ausstellung umfasst neben Bildern und Arbeiten auf Papier auch grossräumige Installationen.

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Vom Idyll zum Ornament
Landschaftsdarstellungen vom 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert


19. Juli bis 19. Oktober 2003
Graphisches Kabinett


Diese Ausstellung von Arbeiten auf Papier aus eigenen Beständen reflektiert die Vielfalt unterschiedlicher Haltungen, mit der die Künstler vom späten 18. Jahrhundert bis zur frühen Moderne der Landschaft begegneten. Die selten gezeigten Drucke, Aquarelle, Zeichnungen und Ölskizzen verdeutlichen die Wechselbeziehungen zwischen religiös-pantheistischen, biedermeierlich-ironischen und naturalistischen Naturdarstellungen. Sie bringen die spezifische «Weltanschauung» der Künstler und ihrer Zeit zum Ausdruck. Während sich Laurent Louis Midarts aquarellierte Idyllen zwischen Klassizismus und Romantik positionieren, verraten die Werke der Solothurner Franz Graff und Martin Disteli einen romantisch-biedermeierlichen Geist, wobei der letztere die damalige Naturseligkeit durchaus ironisiert.
Den malerischen Realismus vertreten Frank Buchser und Otto Frölicher. Um 1900 kommen dann sowohl inhaltlich als auch formal motivierte Naturdarstellungen vor. So gehören Albert Trachsels Landschaften dem Symbolismus an, während bei Cuno Amiet und Oskar Tröndle das deutliche Interesse an der Form den Übergang vom Jugendstil zur frühen Moderne markiert.

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Christoph Draeger

13. September bis 16. November 2003
Parterre Ost


Die Arbeit des in New York lebenden Schweizer Künstlers Christoph Draeger (*1965) findet nationale und internationale Beachtung. Seit rund 10 Jahren beschäftigt sich Draeger konsequent mit dem Desaster. In seinen voyages apocalyptiques reist er Naturkatastrophen, Unfällen oder Terroranschlägen nach und erstellt mit den fotografierten Schauplätzen eine Kartografie des Unheils. Manche Bilder von zerstörten Städten sind in tausende von Puzzleteile zerlegbar: paradoxe Verdoppelung der Zerstörung und Metapher für die Unzahl von Bildern und Bildfragmenten, die uns täglich überfluten. In seinen Videoinstallationen thematisiert der Künstler den medialen Unterhaltungswert von Katastrophen sowie die aktuelle Tendenz der Berichterstattung zum «Infotainment». Er kombiniert dabei dokumentarische mit inszenierten oder filmischen Sequenzen. Die Vermischung von Simulation und Wirklichkeit sowie die verschiedenen Positionen des Künstlers als Reporter, Regisseur oder Protagonist sind Teil einer künstlerischen Strategie, bei der die Parodie als Instrument zur Reflexion benutzt wird.

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Design Preis Schweiz 2003
Eine Veranstaltung des
Design Center Langenthal

7. November 2003 bis 4. Januar 2004
Parterre West und Graphisches Kabinett


Die Ausstellung und die Preisverleihung des Design Preis Schweiz finden dieses Jahr wieder im Kunstmuseum Solothurn statt. Präsentiert werden Arbeiten der Nominierten und der Preisträger. Herausragende Leistungen in allen designrelevanten Berufsfeldern wie Communicationsdesign, Product- und Industrialdesign, Furniture- und Interiordesign, Retail- und Exhibitiondesign, Fashion- und Textildesign sowie Eventdesign sollen ausgezeichnet werden. Das Schwergewicht liegt auf dem schweizerischen Schaffen. Die Preiskategorien sind: Concept für überzeugende, produktionsreife Konzepte, Experiment für Visionen, Originalität und Risikofreudigkeit, Market für erfolgreich lancierte Produkte und Dienstleistungen, Team für das erfolgreiche Zusammenführen verschiedener Disziplinen, Merit für eine nachhaltige, kontinuierliche schweizerische Designleistung. Zusätzliche Awards sind ausschliesslich für die junge Gestalter-Generation bestimmt. Die Auszeichnungen werden am 7. November 2003 im Kunstmuseum Solothurn vergeben.

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Sigismund Righini
Ein Maler zwischen Jugendstil und Moderne

29. November 2003 bis 29. Februar 2004
Parterre Ost


Der Zürcher Maler, Zeichner und Kunstpolitiker Sigismund Righini (1870-1937) ist eine der einflussreichsten Figuren der Schweizer Kunst um 1900. Das Kunstmuseum Solothurn besitzt zwei Bilder des Künstlers und widmete ihm 1992 bereits eine Zeichnungs-Ausstellung. Nun wird ein Gesamtüberblick mit Gemälden und Arbeiten auf Papier vermittelt, ergänzt durch ausgesuchte Werke seiner Zeitgenossen und Freunde. Righinis Schaffen entsteht in der spannenden Übergangszeit zwischen Jugendstil und Moderne, die für die Solothurner Sammlung mit ihren Hauptwerken von Hodler, Buri, Emmenegger, Amiet und Giovanni Giacometti so wichtig ist. Mit all diesen Künstlern stellt Righini kurz nach der Jahrhundertwende gemeinsam aus. Bereits in seinen akademisch geprägten Frühwerken der 1890er Jahre fällt die ungewöhnliche Kraft der Palette, die Verwendung reiner leuchtender Farben auf. Stehen diese zu Beginn noch im Dienste des Bildinhalts und einer emotionalen Verstärkung, werden sie später in ihrem Eigenwert erkannt. Damit wird Righini zu einem – bis heute unterschätzten – Wegbereiter der Schweizer Moderne.

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Das Ausstellungsprogramm des Kunstmuseums Solothurn wird unterstützt durch ein Kulturengagement des Lotteriefonds des Kantons Solothurn.