Archiv Jahresprogramm 2004



Sigismund Righini
Ein Maler zwischen Jugendstil und Moderne

29. November 2003 bis 29. Februar 2004
Parterre Ost


Der Zürcher Maler, Zeichner und Kunstpolitiker Sigismund Righini (1870-1937) ist eine der einflussreichsten Figuren der Schweizer Kunst um 1900. Das Kunstmuseum Solothurn besitzt zwei Bilder des Künstlers und widmete ihm 1992 bereits eine Zeichnungs-Ausstellung. Nun wird ein Gesamtüberblick mit Gemälden und Arbeiten auf Papier vermittelt, ergänzt durch ausgesuchte Werke seiner Zeitgenossen und Freunde. Righinis Schaffen entsteht in der spannenden Übergangszeit zwischen Jugendstil und Moderne, die für die Solothurner Sammlung mit ihren Hauptwerken von Hodler, Buri, Emmenegger, Amiet und Giovanni Giacometti so wichtig ist. Mit all diesen Künstlern stellt Righini kurz nach der Jahrhundertwende gemeinsam aus. Bereits in seinen akademisch geprägten Frühwerken der 1890er Jahre fällt die ungewöhnliche Kraft der Palette, die Verwendung reiner leuchtender Farben auf. Stehen diese zu Beginn noch im Dienste des Bildinhalts und einer emotionalen Verstärkung, werden sie später in ihrem Eigenwert erkannt. Damit wird Righini zu einem – bis heute unterschätzten – Wegbereiter der Schweizer Moderne.

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Wahre Freude ist eine ernste Sache
Ankäufe und Schenkungen 1998 bis 2003:
Eine Auswahl

17. Januar bis 12. April 2004
Parterre West und Graphisches Kabinett


Die Sammlung des Kunstmuseums Solothurn ist in den vergangenen Jahren markant gewachsen. Dies ist neben regelmässigen Ankäufen, die mit dem ordentlichen Budget und dank den Mitgliederbeiträgen der «Freunde des Kunstmuseums Solothurn» möglich waren, vor allem grosszügigen Donationen zu verdanken. Herausragend ist eine 2001 erfolgte Schenkung, u.a. mit Meisterwerken von Alberto Giacometti, Meret Oppenheim und Otto Tschumi. Sie stammen aus der Sammlung einer nicht genannt sein wollenden Persönlichkeit, deren Wahlspruch – ein Ovid-Zitat – als Titel unserer Accrochage dient. Die Ausstellung möchte zugleich ein Bild der Sammeltätigkeit seit dem Konservatorenwechsel von 1998 vermitteln, in der die Bereiche der Videokunst, der Fotografie und Installation neu hinzugekommen sind. Mit dem Erwerb dreidimensionaler Arbeiten wurde in den letzten Jahren aber auch das seit langem gepflegte Sammlungsfeld der Schweizer Skulptur mit Werken von Felix Stephan Huber, René Zäch und Roman Signer kontinuierlich erweitert.
Zu unseren grosszügigsten Donatoren gehörte der kürzlich verstorbene Eisenplastiker Robert Müller. Als Hommage zeigen wir in einem Saal im Ersten Stock eine Accrochage aus unseren reichen Beständen.

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Jürg Hugentobler.
Arbeiten 1998-2004

20. März bis 23. Mai 2004
Parterre Ost


Der Solothurner Künstler Jürg Hugentobler (* 1955) beschäftigt sich konsequent mit Fragen des Raumes, mit Fiktion und Realität, Konstruktion und Dekonstruktion. Sein Schaffen wurde 1996 in der Konsumbäckerei Solothurn, 1999 im Kaskadenkondensator Basel und 2003 im Kunstraum Kreuzlingen präsentiert. Nachdem Jürg Hugentobler 2001 in der Gruppen-Ausstellung Analog/Dialog. Plan, Modell und Bühne in der zeitgenössischen Kunst in Moutier und Solothurn vertreten war, widmet ihm das Kunstmuseum Solothurn nun die erste Einzelausstellung in einem Museum. Gezeigt werden sowohl eine Auswahl seiner bisherigen Fotografien als auch installative, teilweise eigens für die Ausstellung konzipierte Arbeiten. Bei Hugentoblers Interesse für Raum und Architektur ist es nicht erstaunlich, dass er seine Exponate zu einer stimmungsvollen Gesamtschau zusammenzieht, in der sich die spezifischen Raumverhältnisse der Museumssäle mit den gleitenden Dimensionen seiner Werke zwischen Bild, Relief und Objekt verbinden. Trotz einer durchwegs klaren architektonischen Formensprache herrscht der Eindruck des Fragilen vor, der auch von den verwendeten Materialien Styropor und Sperrholz ausgeht.

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schwarz auf weiss
zeichnerischer Realismus – zeitgenössische Positionen

1. Mai bis 1. August 2004
Parterre West und Graphisches Kabinett


Viele junge Künstlerinnen und Künstler haben die realistische Zeichnung wieder für sich entdeckt. In einer umfassenden thematischen Ausstellung mit dem programmatischen Titel schwarz auf weiss soll dieser aktuellen Tendenz zur gegenständlichen Zeichnung nachgegangen werden. Der Titel bezieht sich einerseits auf die Nichtfarbigkeit der Werke, andererseits steht der Ausdruck «schwarz auf weiss» auch für Eindeutigkeit und Verständlichkeit. Von besonderem Interesse ist die Illusion des Erkennbaren. Es entsteht ein Spannungsfeld zwischen vermeintlich leicht lesbaren, klaren Zeichnungen von Alltagssituationen, Personen oder Landschaften und ihrer tatsächlichen Wirkung. Denn trotz realistischer Darstellungsweise und alltäglicher Themen erschliessen sich diese Arbeiten nicht immer einfach, ja muten teilweise geradezu surreal an.
In der Ausstellung, mit Werken von Franziska Furter, Ingo Giezendanner, Zilla Leutenegger, Monica Lorenzi/Daniel Germann, Didier Rittener, Loredana Sperini, Stefan Thiel, Paul Morrison u.a., wird nicht nur die herkömmliche Zeichnung, sondern auch das Zeichnen anhand anderer Medien, wie Video, Malerei, Scherenschnitt oder Stickerei, thematisiert.

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Adrian Schiess. Aquarelle

5. Juni bis 8. August 2004
Parterre Ost


Der Zürcher Maler Adrian Schiess (*1959) gehört zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstlern unseres Landes. 1990 war er an der Biennale in Venedig, 1992 an der Documenta in Kassel vertreten. Bedeutende Museen im In- und Ausland widmeten ihm ab 1990 grosse Einzelausstellungen. Im Kunstmuseum Solothurn, wo er 1998 an der Ausstellung Die Schärfe der Unschärfe beteiligt war, zeigt er nun die erste zusammenfassende Ausstellung seiner Aquarelle. Adrian Schiess hat in fast allen Schaffensphasen und in unterschiedlichster Form aquarelliert. Die Exponate decken einen Zeitraum von zwanzig Jahren ab: Bei den frühesten Werken handelt es sich um rund dreissig Aquarell-Bücher (1984-89), bei den spätesten um eine riesige, seit 1998 entstehende tagebuchartige Serie von Fenster-Ausblicken. Diese Aquarelle, die er zumeist in seinem Haus in Südfrankreich oder auf Reisen gemalt hat, reflektieren die wechselnden Jahreszeiten und Stimmungen, pendeln zwischen Natureinfühlung und reiner Malerei. Dieselbe Zartheit begegnet uns in den gänzlich ungegenständlichen «Fetzen» (1992-96), willkürlich zerrissenen und prozesshaft bemalten Japanpapieren, welche der Künstler in einer installativen Hängung so nahtlos mit den Museumswänden verbindet, dass wir glauben, durch Mauerlücken in eine farbige Wunderwelt zu blicken.

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Museums-Sommerfest

28. August 2004
Museumspark


Wir feiern den Sommer im Museumspark mit Pauken und Trompeten. Mit aussergewöhnlichen Kompositionen und mitreissenden Rhythmen begleiten uns die 14 Musiker der Big Band Kaspar Ewalds EXORBITANTES KABINETT durch den Abend. Sie umrahmen die Eröffnung der Ausstellung Bunt ist meine Lieblingsfarbe und der Gastausstellung Wenn Roboter zeichnen, organisiert vom Institut für digitale Kultur (IDK) und dem Hamburger Institut F18. Die Kreativität der Kinder kommt bereits am Nachmittag bei verschiedenen Aktivitäten zum Zug. Für das leibliche Wohl sorgen indische und nordafrikanische Spezialitätenköche sowie ein Pizzabäcker. Die stimmungsvolle Parkanlage vor dem Museum bietet den perfekten Schauplatz für eine genussvolle Sommernacht. Ein weiterer Höhepunkt im Programm ist der Auftritt der bekannten Performancekünstlerin Victorine Müller. Dieses Sommerfest soll ausserdem Gelegenheit bieten, mehr zum geplanten Erweiterungsbau für das Kunstmuseum zu erfahren. Bei einem erfrischenden Drink an der Freiluftbar wollen wir auf das Gelingen dieses wichtigen Projektes anstossen.

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Bunt ist meine Lieblingsfarbe
Farbstift- und Ölkreide-Zeichnungen der Art brut und der Moderne

28. August bis 7. November 2004
Ganzes Parterre


Ausgangspunkt der Ausstellung ist das Schaffen von Aloïse (Aloïse Corbaz, 1886-1964), das dank einer grossen Schenkung von Etienne und Jacqueline Porret-Forel in unserer Sammlung prominent vertreten ist. Für ihre Zeichnungen hat Aloïse vorerst Farbstifte, später Farbkreiden verwendet. Diese Vorliebe bildet nur den äusseren Rahmen der Ausstellung, wichtiger ist die Hinwendung zur Buntheit und einer damit einhergehenden «Systematik», die der Farbkasten unwillkürlich anbietet. Farbstifte und -kreiden werden in der Art Brut häufig verwendet, neben Aloïse etwa auch von Adolf Wölfli. Unter dem Motto Bunt ist meine Lieblingsfarbe (Walter Gropius) wird der Blick zugleich auf Vertreter der Moderne gerichtet, wie Otto Meyer-Amden oder Richard Paul Lohse. Auffallend ist die geometrische Ordnung, mit der sich nicht nur diese abstrahierend oder ungegenständlich zeichnenden Künstler, sondern auch viele Art-Brut-Künstler beschäftigen, deren Visionen sich in klaren Systemen manifestieren. Wenn Moderne und Art Brut sich solcherart begegnen, geht es nicht um eine mögliche Beeinflussung, sondern um eine vergleichbare Suche nach Ganzheit, die die scheinbar ganz unterschiedlichen Positionen formal wie mental verbindet.

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WENN ROBOTER ZEICHNEN
Im Grenzbereich von Mensch und Maschine

Eine Ausstellung des Instituts für digitale Kultur IDK, Solothurn, in Zusammenarbeit mit dem Migros-Kulturprozent und dem Kunstmuseum Solothurn

28. August bis 3. Oktober 2004
Graphisches Kabinett


Das Solothurner Institut für digitale Kultur (IDK) wird auch dieses Jahr Gast im Kunstmuseum sein. Die Ausstellung ist Teil des Projekts «playground robotics», das in verschiedenen Schweizer Städten stattfindet. In Solothurn soll ein exemplarischer Einblick in die Welt der Zeichenroboter und ihrer Zeichensysteme ermöglicht werden. Das IDK arbeitet dafür mit dem Institut für Kunst, Information und Technologie F18 aus Hamburg zusammen. Viele Roboterinstallationen von F18 können in ihrer Absurdität als poetische Anmerkungen zum herrschenden Technologiewahn verstanden werden. Ihre in Solothurn präsentierten Zeicheninstrumente, die überraschende Formkonstellationen generieren, werden anderen gezeichneten und zeichnenden Maschinen, etwa von Jean Tinguely, gegenübergestellt und damit in Bezug zur Solothurner Sammlung gesetzt. Die Roboter hinterlassen mit ihren spinnenartigen Armen Linienrhythmen, die sich im zeitlichen Verlauf zusehends verdichten und zu Spurenfeldern ausweiten. Im Zusammenhang mit einer interaktiven Installation, bei der die Besucher das Liniengefüge manipulieren und mitgestalten können, entstehen Fragen zu den Grenzbereichen zwischen Mensch und Maschine. Zur Ausstellung finden im Alten Spital gleichzeitig Workshops statt.

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Von Menschen und Tieren
Figürliche Darstellungen aus der Graphischen Sammlung

16. Oktober 2004 bis 2. Januar 2005
Graphisches Kabinett

Nach der Erweiterung des Graphischen Kabinetts findet mit der Ausstellung Von Menschen und Tieren die dritte Accrochage aus unserer Graphischen Sammlung statt. War die erste Präsentation den Bildhauerzeichnungen, die zweite der Landschaft gewidmet, kann mit einem Überblick von figürlichen Darstellungen nun quasi eine Verbindung geschaffen werden. Denn Mensch und Tier treten sowohl in der Bildhauerei wie im Landschaftsbild auf. Der Gang durch die Epochen zeigt unterschiedliche Aufgaben der Figuration: Finden wir den Menschen vorerst als Rollenträger, als biblische Gestalt, als Soldat, Bürger oder Bauer, darf er auf späteren Blättern ganz Individuum sein. In der Kunst des 20. Jahrhunderts schliesslich dient die Figur zum einen der existentiellen Befragung, zum andern als Bezugspunkt vielfacher Abstraktionen. Gezeigt werden Werkgruppen von Albert Anker, Frank Buchser, Max Gubler, Alberto Giacometti, Robert Müller, Roman Candio, Markus Raetz und Alex Hanimann. Reich vertreten ist die Zeit der «Neuen Wilden» mit Martin Disler, Agnes Barmettler, Claudia Schifferle und Otto Lehmann. Die zeitliche Überlappung mit der Ausstellung Bunt ist meine Lieblingsfarbe ermöglicht zudem einen Vergleich mit der Figuration von Aloïse und anderen Vertretern der Art Brut.

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20. Kantonale Jahresausstellung
Eine Veranstaltung des Kunstvereins Solothurn

27. November 2004 bis 9. Januar 2005
Ganzes Parterre


Im Wechsel mit dem Kunstmuseum Olten zeigt das Kunstmuseum Solothurn jedes zweite Jahr die Kantonale Jahresausstellung. Aus den Eingaben von Solothurner Kunstschaffenden wählt Ende 2004 widerum eine vom Vorstand des Kunstvereins Solothurn eingesetzte Jury die besten Werke aus. Die Ausstellung gibt einen breiten Einblick in das aktuelle Kunstschaffen unserer Region. Erstmals wird dieses Jahr für einen herausragenden Ausstellungsbeitrag der «Preis des Kunstvereins Solothurn» vergeben.

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Das Ausstellungsprogramm des Kunstmuseums Solothurn wird unterstützt durch ein Kulturengagement des Lotteriefonds des Kantons Solothurn.