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Archiv Jahresprogramm 2005 Overthrowing the King in His Own Mind Marc Bauer. Shahryar Nashat. Alexia Walther 22. Januar bis 10. April 2005 Parterre West und Graphisches Kabinett Die drei Genfer Kunstschaffenden Marc Bauer (*1975), Shahryar Nashat (*1975) und Alexia Walther (*1974) studierten in den neunziger Jahren an der Ecole Supérieure d’Art Visuel ihrer Heimatstadt. Seither sind sie eng miteinander befreundet und tauschen sich intensiv aus. Alle haben den Eidgenössischen Kunstpreis gewonnen; Shahryar Nashat wird zudem 2005 die Schweiz an der Biennale von Venedig vertreten. In enger Zusammenarbeit zeigen die drei Freunde unter dem Titel Overthrowing the King in His Own Mind eine Präsentation von Zeichnungen, Filmen, Fotos und Installationen, die sich zu einem eindrucksvollen Gesamtbild schliessen. Grosse Bedeutung kommt dabei räumlichen Aspekten zu, die zur Intensität von Stimmung und Atmosphäre beitragen. Obwohl sich die drei Künstler in ihren individuellen Bildsprachen ausdrücken, verbindet sie ein vergleichbares Interesse für existentielle und politische Fragen. Zentral ist die Beschäftigung mit gesellschaftlichen und familiären Machtstrukturen. Trotz der offensichtlichen Künstlichkeit und Stilisierung sind ihre Inszenierungen so suggestiv und sinnlich, dass sie unvermittelt ansprechen. Damit stellen die Künstler auch die Macht und Verführung der eigenen Bilder zur Diskussion. Detailinformationen Uwe Wittwer Werke 1990 2005 30. April bis 1. August 2005 Ganzes Parterre Der Zürcher Künstler Uwe Wittwer (*1954) hat sich mit seinen Ölbildern und Aquarellen einen Namen als Schweizer Hauptvertreter der zeitgenössischen Malerei geschaffen. Mit einer Auswahl von Werken der letzten 15 Jahre, die auch Inkjet-Drucke und Projektionen einschliesst, wird nun die erste Übersichtsausstellung gezeigt. Wittwers Kunst beeindruckt sowohl durch die formale Qualität und Sinnlichkeit als auch durch die inhaltliche Konsequenz. Zentral ist das Thema der Erinnerung, in dem sich zwei von Wittwers Hauptanliegen treffen: zum einen seine Beschäftigung mit Vergangenheit und Vergänglichkeit, zum andern seine Auseinandersetzung mit dem Bild an sich. Denn auch die Erinnerung wirkt als Bild, das sich gleichsam einbrennt. Ab 1990 dient ihm die Kunstgeschichte als Quelle. Diesen unter dem Begriff appropriation art derzeit häufig diskutierten Rückbezug hat Wittwer jedoch nie für ironische Zitate, sondern für eine intensive Beschäftigung mit Dauer und Wandel verwendet. Seit einiger Zeit nutzt Wittwer zudem Fotodokumente einer Homepage von Vietnam-Veteranen. Obwohl die privaten Schnappschüsse einer rigorosen Abstrahierung unterzogen wurden, behalten sie ihre unheimliche Wirkung. Die Ausstellung wird anschliessend vom Ludwig Forum in Aachen übernommen. Detailinformationen orten Werke des Kunstmuseums Solothurn im Dialog 20. August bis 6. November 2005 Ganzes Parterre, 1. Stock 2005 erscheint in der Buchreihe Museen der Schweiz, herausgegeben von der Gruppe BNP Paribas Schweiz und dem Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft, ein neuer Band zur Sammlung des Kunstmuseums Solothurn. Aus diesem Anlass wird in sämtlichen Sälen des Parterre und des Ersten Stockes die Sammlung neu gehängt und mit künstlerischen Interventionen ergänzt. Unter dem Titel orten werden von Raum zu Raum unterschiedliche Orte geschaffen, die sich nach Inhalten und Stimmungen unterscheiden. Damit wird das Museum als Ort gesammelter Gefühle und Gedanken verstanden. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Geschichte des Hauses, mit der sich eine Vielzahl von Geschichten, Erinnerungen und Begegnungen verbindet. Aus dem Archiv des Museums sowie aus Solothurner Privathäusern werden Fotos und Dokumente ausgestellt, die das Leben im und um das Museum evozieren. Unter dem Begriff orten wird das Auffinden von Standorten verstanden. Diesbezüglich wollen wir mit der Ausstellung orten nicht nur zurückschauen, sondern zugleich eine gegenwärtige Verortung vornehmen. Die Präsentation führt bekannte Meisterwerke mit Überraschungen und Entdeckungen zusammen und findet in der gleichzeitigen Ausstellung von Amiet-Zeichnungen im Graphischen Kabinett eine spezifische Vertiefung. Detailinformationen Cuno Amiet Frühe Arbeiten auf Papier 20. August bis 6. November 2005 Graphisches Kabinett In Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft, Zürich Der gebürtige Solothurner Cuno Amiet (1869-1961) ist einer der berühmtesten Schweizer Maler. Dass er daneben auch ein hervorragender Zeichner war, geht oft vergessen. Seine Arbeiten auf Papier wurden denn auch selten ausgestellt, und ebenso fehlt eine grössere Aufarbeitung in einem Buch. Mit Hilfe des Amiet-Nachlasses und dank der Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft soll diese Lücke nun geschlossen werden. Wie die Amiet-Retrospektiven zur Malerei in Bern und Genf (1999/2000) beschränkt sich unsere Auswahl auf das bedeutende Frühwerk. Dafür werden alle Techniken auf Papier erfasst, darunter auch die meisterhaften Holzschnitte. In der Sammlung des Kunstmuseums Solothurn befindet sich eine bedeutende Gruppe von frühen Zeichnungen und Aquarellen, v.a. aus Pont Aven (1892/93). Glanzpunkt ist das sogenannte Bretonische Skizzenbuch, in dem die kühne Erfassung von Mensch und Landschaft beeindruckt. Sowohl im Jugendstil wie im Expressionismus, von denen sich bei Amiet typische Beispiele finden, tritt das Lineare in den Vordergrund. An über 100 Blättern wird ersichtlich, dass Amiet nicht nur ein Meister der Farbe, sondern auch der Linie war. Detailinformationen Monica Studer / Christoph van den Berg 26. November 2005 bis 12. Februar 2006 Ganzes Parterre Monica Studer (1960) und Christoph van den Berg (1962) haben in der Ausstellung Tapetenwechsel (2002) im Kunstmuseum Solothurn eine Bildtapete aus ihrem bekannten Projekt Vue des Alpes gezeigt. Nun ist ihnen eine grosse Ausstellung gewidmet, in der sie Werke der Jahre 2001-2005 zum Thema Landschaft präsentieren. Ein grosser Teil ist während eines kürzlichen Aufenthaltes in London entstanden und erstmals ausgestellt. Dass ihre ausschliesslich mit Computer-Programmen gestalteten Bilder und Filme erfundener Alpenlandschaften in der Grossstadt entstanden sind, unterstreicht die Distanz, mit der sie sich der «Natur» nähern. Gleichwohl gelingt es ihnen, diese in ungemein sinnlicher Weise zu suggerieren. Zur geografischen Reise kommt oft eine Zeitreise, reflektieren doch viele Bilder anhand spezifischer Details die sechziger und siebziger Jahre. Mit dem Moment der Sehnsucht verbindet sich die Ferienstimmung längst vergangener Kindheits-Tage. Bemerkenswert ist eine Reihe von interaktiven Arbeiten, die das Publikum gleichsam in der «Landschaft» spazieren lassen. Den Höhepunkt bildet ein monumentaler Ausschnitt aus dem dreidimensionalen «Berg», den das Künstlerpaar als Schweizer Beitrag zur diesjährigen Weltausstellung in Japan geschaffen hat. Detailinformationen Schmetterlingskasten Traumhaftes aus der Graphischen Sammlung 26. November 2005 bis 12. Februar 2006 Graphisches Kabinett Die diesjährige Accrochage aus den Beständen der Graphischen Sammlung widmet sich unter dem Titel Schmetterlingskasten traumhaften, surrealen, skurrilen und paradiesischen Darstellungen. Er bezieht sich auf eine 1992 entstandene Zeichnungsserie von Anselm Stalder (*1956), die der Künstler in vier Schmetterlingskästen präsentiert. Die kleinformatigen Blätter sind zu Gruppen zusammengestellt und erinnern in ihrer ornamentalen Zartheit tatsächlich an Schmetterlinge. Die Zeichnungen von Meret Oppenheim (1913-1985), André Thomkins (1930-1985) und Franz Eggenschwiler (1930-2000), die im Kunstmuseum Solothurn in reicher Zahl vorhanden sind, stehen für ein assoziatives Gestalten. Eggenschwilers Telefon-Zeichnungen setzen die Tradition der surrealistischen «Ecriture automatique» bis in die neunziger Jahre fort. Phantastisches oder Paradiesisches findet sich aber auch bei einer jüngeren Künstlergeneration, wie zwei Serien von Mario Sala (1965) und Ingo Giezendanner (1975) beweisen. Wie immer wartet auch diese Accrochage mit Trouvaillen aus verschiedenen Epochen auf. Mit seinem vielgestaltigen Ausstellungsgut wird das Graphische Kabinett selbst zu einem Schmetterlingskasten, in dem sich seltene und vertraute Exemplare begegnen. Detailinformationen Das Ausstellungsprogramm des Kunstmuseums Solothurn wird unterstützt durch ein Kulturengagement des Lotteriefonds des Kantons Solothurn. |
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