Archiv Jahresprogramm 2006



Somewhere else is the same place
Monica Studer / Christoph van den Berg: Werke 2000-2005


bis 12. Februar 2006
Ganzes Parterre


Das Basler Künstlerpaar Monica Studer (1960) und Christoph van den Berg (1962) ist mit dem Internet-Projekt Vue des Alpes international bekannt geworden. Von diesem gross angelegten, verschiedene künstlerische Gattungen umfassenden Projekt ausgehend, widmet sich die Ausstellung dem Motiv der Landschaft und vereint Hauptwerke der Jahre 2000 – 2005. Es sind viele Arbeiten zu sehen, die noch nie in der Schweiz ausgestellt waren oder eigens für Solothurn geschaffen wurden, wie die interaktiven Computer-Arbeiten Wiese und Nebel. Ein grosser Teil ist während eines Aufenthaltes in London entstanden. Dass ihre mit Computer-Programmen hergestellten Bilder erfundener Alpenlandschaften in der Grossstadt entstanden sind, unterstreicht die Distanz, mit der sie sich der «Natur» nähern. Gleichwohl gelingt es ihnen, diese in ungemein sinnlicher Weise zu suggerieren. Zur geografischen Reise kommt oft eine Zeitreise, reflektieren doch viele Bilder anhand spezifischer Details die sechziger und siebziger Jahre. Dem Wert der Erinnerung kommt zentrale Bedeutung zu. Den Schlusspunkt der Ausstellung bildet ein monumentaler Ausschnitt aus dem dreidimensionalen Berg, den das Künstlerpaar als Mitglied der Autorengruppe Panorama 2000 zur Weltausstellung von Aichi (2005) geschaffen hat.


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Schmetterlingskasten
Traumhaftes aus der Graphischen Sammlung

bis 12. Februar 2006
Graphisches Kabinett


Die diesjährige Accrochage aus den Beständen der Graphischen Sammlung widmet sich unter dem Titel Schmetterlingskasten traumhaften, surrealen, skurrilen und paradiesischen Darstellungen. Er bezieht sich auf eine 1992 entstandene Zeichnungsserie von Anselm Stalder (*1956), die der Künstler in vier Schmetterlingskästen präsentiert. Die kleinformatigen Blätter sind zu Gruppen zusammengestellt und erinnern in ihrer ornamentalen Zartheit tatsächlich an Schmetterlinge. Die Zeichnungen von Meret Oppenheim (1913-1985), André Thomkins (1930-1985) und Franz Eggenschwiler (1930-2000), die im Kunstmuseum Solothurn in reicher Zahl vorhanden sind, stehen für ein assoziatives Gestalten. Eggenschwilers Telefon-Zeichnungen setzen die Tradition der surrealistischen «Ecriture automatique» bis in die neunziger Jahre fort. Phantastisches oder Paradiesisches findet sich aber auch bei einer jüngeren Künstlergeneration, wie zwei Serien von Mario Sala (1965) und Ingo Giezendanner (1975) beweisen. Wie immer wartet auch diese Accrochage mit Trouvaillen aus verschiedenen Epochen auf. Mit seinem vielgestaltigen Ausstellungsgut wird das Graphische Kabinett selbst zu einem Schmetterlingskasten, in dem sich seltene und vertraute Exemplare begegnen.

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Oscar Wiggli. Superposition
Fotografien, Zeichnungen und musikalische Kompositionen

4. März bis 7. Mai 2006
Parterre Ost


Oscar Wiggli (*1927 in Solothurn) gehört mit Jean Tinguely, Bernhard Luginbühl und Robert Müller zu den grossen Schweizer Eisenplastikern, die mit ihren Skulpturen internationalen Rang erlangt haben. Im Kunstmuseum Solothurn werden nun auch andere Schaffensbereiche vorgestellt: Fotografien, Filme und Zeichnungen sowie Kompositionen, die der Konkreten Musik verpflichtet sind und auf elektronisch generierten oder mit dem Syntheziser verfremdeten Geräuschen basieren. Wigglis photographische Werkgruppe der Superpositions, die in den sechziger und siebziger Jahren mit dem Mittel der Doppelbelichtung entstanden ist, bildet das Zentrum der Ausstellung. In diesen für die Fotogeschichte einzigartigen Arbeiten werden die Aufnahmen nackter Frauenkörper mit jenen von Wigglis Skulpturen überlagert. Der Begriff der Superposition lässt sich aber auch auf viele weitere Arbeiten beziehen, und kann sogar als Metapher für sein ganzheitliches Schaffen stehen. Neben Fotos und wenigen exemplarischen Skulpturen werden seine neuen Zeichnungen und Papier-Reliefs gezeigt, die mit ihren feinen Verläufen an das An- und Abschwellen von Klängen erinnern. Die Ausstellung wird denn auch stimmig ergänzt durch eine Komposition, die als Teil einer neuen filmischen Arbeit zu hören ist.

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Flüchtiger Horizont

Martin Blum
Raffaella Chiara
Yves Netzhammer / Bernd Schurer
Anselm Stalder
Gregor Zivic

Eine Ausstellung des Kunstvereins Solothurn,
kuratiert von Andreas Fiedler (Bern)

11. März bis 7. Mai 2006
Parterre West und Graphisches Kabinett


Der Horizont trennt als mehr oder weniger klar konturierte Linie Erde und Himmel, er markiert die definierte Grenze zwischen Materiellem und Immateriellem, zwischen Form und Nicht-Form. Für unsere Wahrnehmung ist er der äusserste Parameter raumzeitlicher Orientierung, die visuelle Aussengrenze des In-der-Welt-Seins. Jenseits des Horizonts lässt sich eine unbestimmte, eine andere Welt denken. Die Ausstellung «Flüchtiger Horizont» zeigt exemplarisch fünf künstlerische Positionen, die – bei aller Unterschiedlichkeit ihrer jeweiligen Ansätze – Fragmente von Welten entwerfen, die jenseits dieser fernen Grenze, quasi ausserhalb der Horizontlinie liegen. Die beteiligten Kunstschaffenden Martin Blum (1964), Raffaella Chiara (1966), Yves Netzhammer (1970), Bernd Schurer (1970), Anselm Stalder (1956) und Gregor Zivic (1965) verbindet keine auf einen Aspekt zugespitzte Fragestellung. Vielmehr schlagen sie im Entwerfen und Untersuchen von virtuellen, modellhaften oder gedanklichen Parallelwelten einen ähnlichen thematischen Grundton an. Die zum grossen Teil speziell für diese Ausstellung entwickelten Arbeiten betonen solche Momente des Übergangs.

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Retrospektive Rolf Spinnler
Gemälde und Zeichnungen

27. Mai bis 6. August 2006
Parterre West und Graphisches Kabinett


Rolf Spinnler (1927-2000) wird sechs Jahre nach seinem Tod eine retrospektive Ausstellung gewidmet. Waren noch zu Lebzeiten zwei grosse Präsentationen im Palais Besenval, Solothurn (1997) und der Abbatiale de Bellelay (1998) zu sehen, ist es nun an der Zeit, im Museum seines Geburtsortes Solothurn auf die nationale Bedeutung des Schaffens hinzuweisen und eine kunsthistorische Situierung vorzunehmen. Zwar wurde Spinnlers Talent früh erkannt – 1960, 1962 und 1963 erhielt er das Eidgenössische Stipendium – , doch blieb seine Bekanntheit v.a. auf Solothurn und seinen späteren Wohnort Biel beschränkt. Mit seinem Frühwerk der 50er und 60er Jahre aber leistet er einen gewichtigen Beitrag zur gegenständlichen Kunst der Nachkriegszeit. In seinen eindrucksvollen Landschaften und einfühlsamen Porträts überwiegt der expressive Ausdruck, der dem damaligen existentialistischen Weltbild entspricht. Als Vorbilder sind in manchen Werken Georges Rouault, in andern Alberto Giacometti spürbar. Auf diesen lassen sich vor allem die Bleistiftzeichnungen beziehen, denen im Graphischen Kabinett viel Raum gegeben wird. Denn sie gehören zum Besten der Schweizer Zeichenkunst. Das Handschriftliche der Zeichnung prägt auch seine Malerei bis hin zum Alterswerk.

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Costa Vece
Heaven can wait

27. Mai bis 6. August 2006
Parterre Ost


Die Arbeiten von Costa Vece (*1969, lebt und arbeitet in Berlin und Zürich) stossen seit der Biennale in Venedig 1999 auf zunehmendes nationales und internationales Interesse. Nach einem längeren Aufenthalt in Berlin (Atelierstipendium des Bundesamtes für Kultur) und Ausstellungen im Ausland ist der Künstler nun mit aktuellen Arbeiten erneut in einem Schweizer Museum präsent. Costa Vece verwendet seit dem Beginn seiner künstlerischen Laufbahn Verbrauchsmaterialien, z.B. Warenkartons. Damit inszeniert er Installationen, auf die er Filmsequenzen projiziert, die sich ihm durch ihre Intensität besonders eingeprägt haben. Die meist begehbaren Räume sind eine Gegenwelt voller Intimität, Erinnerung und Sehnsucht. Die romantische Stimmung täuscht jedoch, oft erleiden Wünsche, Vorstellungen oder gesellschaftliche Utopien in seinen Arbeiten Schiffbruch. Zur berührenden Emotionalität der Installationen kommt in den neuesten Werken eine zornige Gesellschaftskritik. Während Costa Vece bereits in früheren Werken politische Themen und Endzeitvisionen aufgriff, baut er heute abweisende Fassaden politischer Inszenierung. Als Vertreter der Secondo-Generation in der Schweiz sind Bilder der Gewalt und Ausgrenzung für ihn von besonderem Interesse.

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Les Livres de Vie.
Eva Aeppli und ihre Künstlerfreunde

Jean Tinguely, Yves Klein, Daniel Spoerri, Niki de Saint Phalle, Jean-Pierre Raynaud, Bernhard Luginbühl und andere

Gastkurator: André Kamber

26. August bis 5. November 2006
Ganzes Parterre


Ihre Livres de Vie, ihre Lebensbücher, begleiten Eva Aeppli seit den frühen 50er Jahren. Ausschliesslich gestaltet aus den ihr aus dem Freundeskreis zugesandten Korrespondenzen, Manuskripten, Zeichnungen, Fotos und ihren eigenen Materialien widerspiegeln sie, was sie und ihren Kreis beschäftigt und bewegt hat. Entstanden ist eine Autobiographie ohne Worte und zugleich ein bedeutendes Dokument zum europäischen Kunstschaffen der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Eva Aeppli hat ihre Lebensbücher dem Kunstmuseum Solothurn geschenkt. Das Kunstmuseum Solothurn nimmt diese bedeutende Schenkung zum Anlass einer grossen Ausstellung. Die Projektion aller Doppelseiten der 15 Lebensbücher wird ergänzt mit Werkgruppen der Künstlerin sowie von Jean Tinguely, Niki de Saint Phalle, Yves Klein, Jean-Pierre Raynaud, Bernhard Luginbühl und Daniel Spoerri, die mit Eva Aeppli in lebenslanger Freundschaft verbunden waren und sind.

Zur Ausstellung erscheint als gemeinsame Publikation mit dem Museum Tinguely ein reich illustrierter Band.

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SON ET LUMIÈRE

Videokunst aus der Sammlung des
Kunstmuseums Solothurn

Mit Werken von Ian Anüll, Silvie Defraoui, Annatina Graf, Rolf Graf, Zeljka Marusic/Andreas Helbling, Victorine Müller,
Franticek Klossner, Shahryar Nashat und Alexia Walther

26. August bis 22. Oktober 2006
Graphisches Kabinett


Die diesjährige Accrochage im Graphischen Kabinett widmet sich unter dem Titel Son et Lumière der Videokunst. Diese wird wesentlich durch die Suggestionskraft von Licht und Ton bestimmt. Seit jeher erfuhr die Videokunst zudem Einflüsse aus der musikalischen Avantgarde und der Performance. In der Sammlung des Kunstmuseums Solothurn befinden sich ganz unterschiedliche Werke, die sowohl inszenierte wie dokumentarische Ansätze aufweisen. Shahryar Nashat etwa spürt in Les Négateurs (2003) seinen kulturellen Wurzeln nach und wendet dabei doch alle Mittel der Inszenierung an. Alexia Walther arbeitet für Totentanz (2004) mit einem Schauspieler und unterstreicht die metaphorische Theatralik mit barocker Begleitmusik. Auffallend häufig treten dokumentarische Bilder auf. Ganz unterschiedlich aber ist ihre Umsetzung zwischen bildhafter Poesie und journalistisch anmutender Recherche. Ausgesuchte Präsentationsformen geben den Arbeiten ihre adäquate Präsenz im Raum. Während bei Nashat und Rolf Graf Grossbild-Projektionen zur kinematographischen Wirkungskraft beitragen, ist bei Marusic/Helbling der Monitor in eine eigentliche Skulptur eingebaut, bei Anüll gar Bildgegenstand und Bildmittel in einem. Daran kann die vielfältige Erscheinung heutiger Videokunst erfasst werden.

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Giovanni Giacometti.
Arbeiten auf Papier

4. November 2006 bis 28. Januar 2007
Graphisches Kabinett


Nach der letztjährigen Ausstellung mit Arbeiten auf Papier von Cuno Amiet ist nun das zeichnerische und graphische Werk seines Freundes Giovanni Giacometti (1868-1933) zu sehen. Dank wertvollen Leihgaben aus dem Nachlass, aus verschiedenen Privat- und Museumssammlungen ist es erneut möglich, einen gültigen Einblick zu vermitteln. Beschränkte sich bei Amiet der Blick auf das Frühwerk, werden nun alle Schaffensphasen erfasst. Von besonderer Qualität sind die 1907 einsetzenden Holzschnitte, in denen sich Giacometti für das stimmungsvolle Spiel von Licht und Schatten interessiert. Dabei gelingen ihm eindrucksvolle Blätter von schlagender Kraft, die den besten Arbeiten der deutschen Expressionisten gleich kommt. Wie bei Amiet reflektieren manche von Giacomettis Radierungen und Zeichnungen das gemeinsame Vorbild Giovanni Segantini. Als grosser Kolorist fasziniert Giovanni Giacometti vor allem in seinen virtuosen Landschafts-Aquarellen, die von solch seltener Frische sind als wären sie erst gestern entstanden. Weitgehend unbekannt sind seine figurativen Bleistiftzeichnungen, die in ihrem feinen, suchenden Stricheln an die Zeichnungen seines Sohnes Alberto erinnern.

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22. Kantonale Jahresausstellung
Eine Ausstellung des Kunstvereins Solothurn

25. November 2006 bis 2. Januar 2007
Ganzes Parterre



Im Wechsel mit dem Kunstmuseum Olten zeigt das Kunstmuseum Solothurn jedes zweite Jahr die Kantonale Jahresausstellung. Aus den Eingaben von Solothurner Kunstschaffenden wählt Ende 2006 wiederum eine vom Vorstand des Kunstvereins Solothurn eingesetzte Jury die besten Werke aus. Die Ausstellung gibt einen breiten Einblick in das aktuelle Kunstschaffen unserer Region.

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Das Ausstellungsprogramm des Kunstmuseums Solothurn wird unterstützt durch ein Kulturengagement des Lotteriefonds des Kantons Solothurn.