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Jahresprogramm 2007 Giovanni Giacometti. Arbeiten auf Papier 4. November 2006 bis 28. Januar 2007 Graphisches Kabinett Zum ersten Mal wird in einer Ausstellung das Schaffen auf Papier von Giovanni Giacometti (1868-1933) umfassend präsentiert. Vertreten sind sämtliche Techniken Aquarell, Pastell, Bleistift-, Farbstift- und Tuschezeichnung, Radierung und Holzschnitt sowie alle Schaffensphasen von den ersten Arbeiten aus der Ausbildungszeit in München und Paris bis hin zu den Spätwerken der zwanziger und dreissiger Jahre. Wie in Giacomettis Gemälden ist auch bei seinen Arbeiten auf Papier die Hinwendung zu Farbe und Licht zentral. Ein grosser Teil der Exponate ist denn auch farbig, besonders zahlreich sind die Aquarelle. Neben der Landschaft des Oberengadins und des Bergells sind Giacomettis Frau Annetta und die vier Kinder wiederkehrende Motive. Sichtbar werden vor allem im Frühwerk die stilistischen Einflüsse von Segantini und Van Gogh. Eine besondere Entdeckung stellen die späten Zeichnungen dar, an denen sich der Sohn Alberto offensichtlich orientiert. Gezeigt werden u.a. auch Blätter, die dem Kunstmuseum Solothurn kürzlich von Bruno und Odette Giacometti als Schenkung übergeben wurden. Die Ausstellung wird anschliessend vom Bündner Kunstmuseum Chur übernommen. Detailinformationen Alexander Hahn Werke 1976 bis 2006 20. Januar bis 9. April 2007 Ganzes Parterre Das Kunstmuseum Solothurn widmet dem Videokünstler Alexander Hahn (*1954) die erste grosse Übersichtsausstellung. Der in New York und Zürich lebende Schweizer Künstler gilt als international anerkannter Pionier der Neuen Medien; seine Werke befinden sich in so bedeutenden Sammlungen wie dem Centre Pompidou Paris oder dem ZKM Karlsruhe. Gezeigt werden Arbeiten aus allen Schaffensphasen, auch das kaum bekannte Frühwerk, u.a. seine «Cyborgs» (aus Elektroschrott hergestellte Maschinen) der siebziger und achtziger Jahre. Die gedankliche Komplexität vermittelt Hahn durch eine auffallende Sinnlichkeit. Viele seiner Arbeiten wirken traumhaft; die Nähe zu Science Fiction, in der sich Utopie und Albtraum begegnen, ist sprechend. Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit fliessen bei Hahns assoziativen Bilderströmen zusammen; verbindendes Thema bleibt die Zeit. Computer und Monitore werden als Ausdrucksmittel bewusst eingesetzt, nicht aus einer einseitigen Faszination für alles Technische, dessen Unmenschlichkeit er in seinen Videofilmen entlarvt, sondern aus einem konsequenten Interesse für den Zauber des Lichts. Neben seinen raumgreifenden Video-Installationen sind auch Arbeiten auf Papier zu sehen. Die Ausstellung wird anschliessend vom Museum der Moderne, Salzburg, übernommen. Detailinformationen Heinz Egger: Arbeiten auf Papier 17. Februar bis 20. Mai 2007 Graphisches Kabinett Heinz Egger (*1937) gehört zu den Stillen (und Steten) im Lande, dessen einfache Motive sich umso tiefer einprägen. Alles Spektakuläre ist ihm fremd, darum scheinen ihm in der Zeichnung als dem direktesten aller Medien oft auch die eindringlichsten Werke zu gelingen. 2004 hat der Künstler in der Kunsthalle Bern seine Malerei gezeigt, nun ermöglicht er einen Einblick in sein Schaffen auf Papier. Das Zeichnen, mit Pinsel, Kohle und Bleistift, ist dem Künstler ein tägliches Exerzitium. Seit vielen Jahren setzt er in seine Wachstuchhefte, seine «Tagebücher», Notizen und Skizzen. Der Datumsstempel ist dabei ebenso wichtig wie die eigentlichen Einträge. Der «Lauf der Zeit» ist für den Künstler, der seine Referenzen auch in der Musik und der Literatur sucht, ein selbstverständliches Thema. Darum sind auch seine Serien von Zustandsdrucken, die den kontinuierlichen Prozess der Veränderung derselben Druckplatte zeigen, nicht primär Ausdruck seiner technischen Möglichkeiten, sondern vielmehr seiner existentiellen Beschäftigung mit Vorher und Nachher, Erleben und Erinnern. Eggers Motivwelt reflektiert den Geist eines Zeitgenossen, der mit wachem Auge aufnimmt, was sich ihm an Pressebildern oder beiläufigen Beobachtungen bietet, um sie hernach, als einer Lebensaufgabe des Verarbeitens und Verkraftens, künstlerisch zu verdichten. Detailinformationen Elodie Pong, Laurent Goei: Samples ’n’ Remix 28. April bis 29. Juli 2007 Parterre Ost Elodie Pong (*1966) und Laurent Goei (*1964) kennen sich seit ihrer Jugend in Lausanne und stellen im Kunstmuseum Solothurn erstmals gemeinsam aus. Die Videos von Elodie Pong und die Skulpturen von Laurent Goei sind in ihrer Thematik der zeitgenössischen urbanen Befindlichkeit und dem Hang zur Inszenierung verwandt. Elodie Pong geht in ihren Videoarbeiten ganz nah an Menschen und Emotionen heran und zeichnet eine kaleidoskopische Sicht auf ihre Generation. Mit scharfem (Kamera-)Auge, doch viel Mitgefühl durchleuchtet sie die Fragilität der zwischenmenschlichen Kommunikation und ihr potentielles Scheitern. Dabei fokussiert sie auf den Körper als Instrument der Identitätsfindung. Es bleibt jedoch meist unklar, ob die Szenen authentisch oder für die Kamera inszeniert sind. Laurent Goei formuliert seine Wahrnehmung des Alltags in einer Verbindung von Sprache, Grafik und Skulptur. Der Bezug zur Musikkultur ist ein wichtiger Bestandteil seiner Installationen. Wiederholt setzt er sein Selbstbild durch den Einbezug der eigenen Person oder Kleidung ein. Er baut formalistisch anmutende Kulissen mit Musikboxen oder malt auf zerbrochene Fensterscheiben. So schafft er Spiegelungen von Gemütslagen der Entfremdung und Selbstbehauptung, Intimität und Melancholie. Detailinformationen Schang Hutter 12. Mai bis 29. Juli 2007 Parterre West Das Kunstmuseum Solothurn hat 1989 eine grosse Übersichtsausstellung des Bildhauers und Zeichners Schang Hutter (*1934) gezeigt, die davor in Berlin (DDR), später auch im Centre Culturel Suisse Paris präsentiert wurde. Wenn Schang Hutter im Museum seiner Heimatstadt nach 18 Jahren erneut eine Ausstellung gewidmet ist, so soll damit vorerst ein Einblick in sein jüngstes Schaffen gegeben werden. Daneben bietet sich aber auch die reizvolle Möglichkeit, das heutige Schaffen mit dem Frühwerk der sechziger und siebziger Jahre zu vergleichen. Denn die ab 2002 entstehenden Köpfe in Gips und Holz lassen sich in mancher Hinsicht auf frühe Arbeiten des Künstlers beziehen, die seine Auseinandersetzung mit der klassischen Bildhauerei, v.a. mit Karl Geiser, reflektieren. So begegnen sich frühe Hauptwerke wie Benjamin (1964) und aktuelle Skulpturen. Neben ausgesuchten Arbeiten auf Papier aus dem Früh- und Spätwerk sind auch grössere Installationen der neunziger Jahre wie etwa Veitstanz (1992) zu sehen. Das Nebeneinander von Werken, die über einen Zeitraum von 40 Jahren entstanden sind, zeigt die eindrucksvolle Konsequenz und Ausschliesslichkeit, mit der sich Hutter dem Thema des Menschen, seiner Fragilität und Gefährdung, aber auch seiner Würde zugewendet hat. Detailinformationen «Kopf in Kubus» Konstrukte und Konstruktionen aus der Graphischen Sammlung des Kunstmuseums Solothurn. 9. Juni bis 2. September 2007 Graphisches Kabinett Mit Werken von Armleder, Bill, Le Corbusier, Federle, Graeser, Klee, Lehmann, Lohse, Mauboulès, Raetz, Roth, Signer, Taeuber-Arp, Talman, Thomkins, Witschi, Zäch u.a. Die diesjährige Accrochage aus der Graphischen Sammlung vereint Arbeiten, die sich mit geometrischen Konstruktionen beschäftigen. Anlass der Ausstellung ist die Dauerleihgabe der Robert Bosch GmbH von 2005, die neben wichtigen Werken der Malerei auch zahlreiche Arbeiten auf Papier, darunter eine bedeutende Werkgruppe der Zürcher Konkreten enthält. Konstruktive Arbeiten aus der Sammlung ergänzen das Panorama. Den abstrakten Geometrien liegen oftmals mathematische Ordnungen zugrunde. Viele Arbeiten thematisieren visuelle Wahrnehmungsprobleme und arbeiten an logischen künstlerischen Lösungen. Andere verwenden geometrische Konstruktionen als Metapher für mentale Konstrukte. Kopf in Kubus (1965), eine Zeichnung von Raetz, steht für das Verhältnis von Zeichnung und mentalem Denkraum. Der Kubus ist Sinnbild für die Orientierung des Menschen an einem künstlichen Koordinatensystem. Der Kopf, der in diesem System gefangen scheint, unterstreicht die Dialektik von Wirklichkeit und Konstrukt. In einem Sammlungssaal des Ersten Stockes werden weitere Werke der Bosch-Dauerleihgabe präsentiert, Bilder und Bildteppiche von Amiet, Giovanni Giacometti, Morach, Vallotton sowie von Kirchner und Itten. Detailinformationen Daniela Keiser Land Logo Löwe 18. August bis 21. Oktober 2007 Ganzes Parterre Mit ihren Fotografien, Objekten und Installationen gehört Daniela Keiser (*1963) zu den wichtigsten Schweizer Künstlerinnen ihrer Generation. In den letzten zehn Jahren wurde ihr Schaffen verschiedentlich in Einzelaspekten präsentiert, u.a. im Museum für Gegenwartskunst Basel und dem Fotomuseum Winterthur (1999), dem Museum Allerheiligen Schaffhausen (2002) und dem Helmhaus Zürich (2005). Das Kunstmuseum Solothurn hat bereits 2003 Werke von Daniela Keiser in der Ausstellungsreihe Paarläufe (zusammen mit einer Klang-Installation des Schriftstellers Peter Stamm) gezeigt. Nun ist ihr eine grosse Übersichtsausstellung unter dem Titel Land Logo Löwe gewidmet. In thematischen Blöcken wird eine breite Auswahl des Gesamtschaffens vermittelt, das mit Exponaten verschiedener Medien repräsentativ gezeigt wird. Der Titel spielt auf Keisers wiederkehrende Auseinandersetzung mit der (Stadt-) Landschaft, ihre konzeptuelle Beschäftigung mit Sprache und Zeichen sowie ihre Hinwendung zu allem Kreatürlichen an, insbesondere zur rätselhaften (Fabel-)Welt der Tiere. Neben neuen Installationen wird erstmals eine grosse Fotoserie gezeigt, die in Kulissen-Städten der europäischen Filmindustrie entstanden ist. Die Ausstellung wird anschliessend von der Villa Merkel, Esslingen (D), übernommen. Detailinformationen Florian Slotawa Solothurn, aussen Skulpturenprojekt im Park Daniel Schwartz Le Monde de Candide Eine Ausstellung des Kunstvereins Solothurn 22. September 2007 bis 6. Januar 2008 Graphisches Kabinett Literarische Bezüge sind im fotografischen Werk von Daniel Schwartz (*1955), dessen Kunst sowohl informativ als auch konzeptionell angelegt ist, seit Beginn ein wichtiger Teil seines Schaffens. Der Titel der Ausstellung ist denn auch dem satirischen Roman Candide (1759) von Voltaire gewidmet. Was den aufklärerischen Erzähler mit dem lesend reisenden Fotografen Schwartz verbindet, ist der Ferne Osten als Quelle der Inspiration. Voltaire, der sich von Werken wie der Description de la Chine (1736) von du Halde anregen liess, macht in der Erzählung Der Lauf der Welt Transoxianien und Persien zum imaginären Schauplatz. Es ist der geografische Raum, wo Schwartz’ jüngste Werke entstanden sind. Zwischen diesen persischen Arbeiten von Schwartz und seinen frühesten am Jura-Südfuss liegen dreissig Jahre Anschauung der Verhältnisse zwischen Ost-Timor und Turkmenistan. In seinen Fotografien wendet er sich politischen und gesellschaftlichen Fragen zu, wie «der Verkettung aller Dinge in der Welt des begrenzten Glücks», die Schwartz in der für Solothurn konzipierten Ausstellung zu ordnen sucht. Nach zahlreichen internationalen Präsentationen ist die Solothurner Ausstellung die erste in der Stadt seiner Jugend. Detailinformationen Design Preis Schweiz 2. November 2007 bis 6. Januar 2008 Ganzes Parterre Das wichtigste Anliegen des im zweijährigen Rhythmus verliehenen Design Preis Schweiz besteht in der Auszeichnung und der internationalen Präsentation von Design aus der Schweiz. Der Design Preis Schweiz, der längst zu einer festen Grösse in der nationalen Designszene geworden ist, wird zum neunten Mal verliehen. Zur Wettbewerbsteilnahme sind Designerinnen und Designer, Unternehmen, aber auch Studierende von Gestaltungs-Hochschulen eingeladen. Der Wettbewerb ist zweistufig angelegt. Eine Gruppe von Fachexperten sichtet sämtliche Eingaben aus den Bereichen Communication Design, Furniture Design, Interior Design, Textile Design, Fashion Design, Product Design und Research und nominiert daraus ca. 40 Projekte. Eine prominent besetzte, internationale Jury vergibt anschliessend maximal fünf Preise. Die Preisverleihung findet am 2. November 2007 im Konzertsaal in Solothurn statt. Gleichzeitig wird die Ausstellung der nominierten und prämierten Arbeiten im Kunstmuseum Solothurn eröffnet, die später auch im Ausland gezeigt wird. Detailinformationen Das Ausstellungsprogramm des Kunstmuseums Solothurn wird unterstützt durch ein Kulturengagement des Lotteriefonds des Kantons Solothurn. |
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