Jahresprogramm 2008



Reto Emch
Intonare

19. Januar bis 16. März
Ganzes Parterre


Seit den 80er Jahren arbeitet der Solothurner Künstler Reto Emch (*1961) in den Bereichen Installation, Skulptur, Fotografie und Malerei. So vielfältig die medialen Zugänge, so wiederkehrend sind die Themen: Seit Anbeginn interessiert sich Emch für Raum und Bewegung sowie für das Element Wasser. Nun widmet das Kunstmuseum Solothurn dem Künstler eine grosse Übersichtsausstellung unter dem Titel Intonare, der auf die Bedeutung von Klang und Farbe in seinem Schaffen anspielt.
Neben einer kleinen Auswahl von Arbeiten der 90er Jahre sind vor allem aktuelle Werke zu sehen. Anfangs- und Endpunkte der Ausstellung bilden zwei neue, eigens für die Ausstellung produzierte Installationen. Der Klang, der über das leise Tropfen rsp. Fliessen des Wassers zum Wesen der beiden Arbeiten beiträgt, tritt auch bei anderen Werken auf, u.a. bei Konzert (1994), einer Installation mit laufenden Waschmaschinen. Neben der gedanklichen Ebene interessieren Reto Emch auch malerische Wirkungen, die zumeist dem (kalkulierten) Zufall überlassen werden: Die tropfenden Kleider erzeugen auf dem Bleibecken ein Gemälde in Grautönen; die Wasserspuren der Brausen verwandeln die Museumswände in eine fernöstlich anmutende Malerei auf Zeit.


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Renforcer ses forces
Jugendstil und frühe Moderne aus der Sammlung
des Kunstmuseums Solothurn

Cuno Amiet, René Auberjonois, Max Buri, Giovanni Giacometti, Sigismund Righini, Albert Trachsel, Oskar Tröndle und Félix Vallotton


19. Januar bis 16. März
Graphisches Kabinett



Durch Schenkungen und Dauerleihgaben ist es in den letzten Jahren gelungen, den Sammlungsschwerpunkt Jugendstil und frühe Moderne weiter auszubauen, ganz nach der seit vielen Jahren gepflegten Sammlungs-Devise Renforcer ses forces. Die diesjährige Accrochage im Graphischen Kabinett geht von der Dauerleihgabe aus dem Nachlass Oskar Tröndle und der Schenkung von Giovanni Giacomettis Arbeiten auf Papier von Bruno und Odette Giacometti aus. Ergänzt wird die Auswahl durch Papierarbeiten von Amiet und Trachsel und einige selten gezeigte kleinformatige Ölbilder von Auberjonois, Buri, Righini und Vallotton. Verbindende Elemente aller Exponate sind ihre dekorative Linearität und Flächigkeit, Merkmale des Jugendstils auf dem Weg in die zunehmende Abstraktion von Farbe und Form der Moderne. Diese grafisch-dekorative Ausprägung und Flächigkeit zeigen sich beispielhaft bei Tröndle. Auch die beiden Freunde Giacometti und Amiet stehen für die zunehmende Hinwendung zu Linie und Fläche. Den Symbolisten Trachsel interessiert weniger das Abbild als vielmehr das Sinnbild und sogar das Traumbild. Righini schliesslich kombiniert seinen hohen Formanspruch mit einer intensiven Farbigkeit. In einzelnen Werken ist bei ihm das Motiv nur noch Anlass für eine fast monochrome Malerei.

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Kunstverein Solothurn
Real Estate
Gastkuratorin: Claudia Spinelli

Sonja Feldmeier, Maria Elena Gonzalez (CUB/USA), Martin Guldimann, Haus am Gern (Barbara Meyer Cesta & Rudolf Steiner), Thomas Kneubühler (CH/CAN), Melanie Smith (GB/MEX)

5. April bis 1. Juni
Parterre West/Graphisches Kabinett



Menschen bauen Häuser. Diese prägen den Alltag, wecken Begehren und bilden Kulissen für allergeheimste Träume. Das Haus ist ein Schlüsselmotiv, nicht nur im privaten, sondern auch im öffentlichen Leben. Ob Reihenhaus, Büroturm oder Villa, wer über Gebäude nachdenkt, setzt sich mit den Menschen und ihrem Zusammenleben auseinander. Übersetzt bedeutet «Real Estate» soviel wie Grundbesitz, Liegenschaft oder Immobilie. Der Begriff, der längst in unseren Sprachraum vorgedrungen ist, eröffnet aber ein ungleich grösseres Assoziationsfeld. Das reale Leben bildet das Thema dieser Gruppenausstellung. Entsprechend massgebend sind Herkunft und heutige Lebensumstände der eingeladenen Kunstschaffenden: ein Solothurner, der nach Montreal ausgewandert ist und eine Kubanerin, die es nach Basel verschlagen hat, spielen zentrale Rollen. Dass dabei auch die Frage nach Identität unter den Bedingungen einer globalisierten Welterfahrung neu aufgerollt wird, macht das Themenfeld umso interessanter.

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Von der Kunst
Sträusse zu binden
Malerei und Malerisches aus der zeitgenössischen Sammlung des Kunstmuseums Solothurn

Michael Biberstein, Helmut Federle, Alexander Hahn, Susan Hodel, Anje Hutter, Jörg Mollet, Jean Pfaff, Adrian Schiess,
Albrecht Schnider, Uwe Wittwer, Peter Wüthrich u.a.

5. April bis 1. Juni
Parterre Ost



Die zeitgenössische Malerei wird im Ausstellungsprogramm des Kunstmuseums Solothurn immer wieder vermittelt und hat in der Solothurner Sammlung ihren festen Platz. Nicht immer wird für heutige «Malerei» aber der Pinsel verwendet. Malerische Tendenzen finden nsich auch in der Videokunst und der Installation. Vom Berner Küstler Peter Wüthrich etwa stammt eine 99-teilige WandInstallation aus Leinenbänden, die in ihrer leuchtenden Erscheinung als Malerei wirkt. Ihr Titel Von der Kunst Sträusse zu binden hat unserer Accrochage den Namen gegeben. In der Kunst des Sträusse-Bindens übt sich auch der Konservator, der die inneren Zusammenhänge seiner Sammlung durch ein (an-) sprechendes Zusammenhängen der Exponate zeigt. Die vielfach totgesagte Malerei, die sich beim Publikum ungebrochener Beliebtheit erfreut, hat gerade in den letzten Jahren auch in der Fachwelt neues Interesse gefunden. Die ganz unterschiedlichen Formen zeitgenössischen Malens werden anhand von ausgesuchten Beispielen gezeigt.

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Franticek Klossner
Victorine Müller

21. Juni bis 17. August
Ganzes Parterre


Die Künstlerfreunde Franticek Klossner (*1960) und Victorine Müller (*1961) beschäftigen sich in ihren Werken anhand des eigenen Körpers mit zeitgenössischen existentiellen Fragen. Zentral ist bei beiden die Performance, doch arbeiten beide auch medienübergreifend. Die Doppelausstellung zeigt die innere Verwandtschaft und lässt die Werke ineinander greifen. Bei Klossner geht es häufig um Identität und Zeit, Gesellschaft und Individuum. In Eis gefrorene Selbstporträts etwa, die Melting Selves (1990-2006), schmolzen in performativen Installationen dahin oder harrten bei Minusgraden in begehbaren Tiefkühlzellen als Stille Reserven (Hidden Assets, 2001-2005). Seine Körperbefragungen handeln von Deformation und Mutation. Um Grenzerfahrungen geht es auch in Victorine Müllers Werk. Sie setzt ihren Körper ebenfalls direkt in Performances ein. Wasser, Latex oder Plastik nimmt sie als künstliche Hüllen oder Gefässe, die ihr als Erweiterungen des eigenen Körpers dienen oder aus denen sie sich befreit. Isolation und Befreiung visualisieren Metamorphosen der eigenen Identität. Licht, Farbe und Ton machen die Performances zu Erlebnissen für das Publikum. Müller arbeitet auch mit aufblasbaren Tier-Skulpturen, in denen sie teils selbst performt. Zunehmend tritt sie aus den Hüllen heraus und zeigt sie als eigenständige Skulpturen. Die Begegnungen von Mensch und Tier, die neuerdings auch in Zeichnungen auftreten, haben traumhaft-surrealen Charakter.

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Mariann Grunder
Zeichnungen


5. Juli bis 5. Oktober
Graphisches Kabinett


Die Berner Künstlerin Mariann Grunder (*1926) ist vor allem als Bildhauerin hervorgetreten. Ihre letzten grossen Präsentationen widmeten ihr im Jahr 2000 das Centre PasquArt Biel und das Kunsthaus Langenthal. Unsere Ausstellung beschränkt sich auf das zeichnerische Schaffen, das mit ausgesuchten Beispielen vom Frühwerk der 40er und 50er Jahre bis hin zu aktuellen Arbeiten gezeigt wird. Damit bezieht sich das Kunstmuseum Solothurn auf einen seiner Sammlungsschwerpunkte: die Bildhauerzeichnung. An Grunders zeichnerischem Interesse für Struktur und Linie sowie für das Wechselverhältnis von Fläche und Raum zeigt sich eine Verbindung zu ihrer Bildhauerei. Gleichwohl handelt es sich bei ihren Blättern fast immer um eigenständige Zeichnungen und nicht um vorbereitende Skizzen. Schon in den frühen Porträt-Zeichnungen, die in ihrer Subtilität an Otto Meyer-Amden und ihren offenen Schraffuren an Cézanne erinnern, zeigt sich das Interesse für den Körper im Licht. Bemerkenswert sind eine Serie von Sprayzeichnungen aus den 80er Jahren sowie die grossformatigen Frottagen der letzten Jahre. Mit Beispielen verschiedenster Medien und Formate wird erstmals ein gültiger Überblick zu Mariann Grunders Zeichnungen geboten. Sie reflektieren die ungemeine Frische und Direktheit, mit der die Künstlerin bis heute agiert.

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Alexandre Perrier
(1862-1936)

14. August bis 23. November
Oberlichtsäle des Ersten Stockes



Über zwanzig Jahre nach der letzten grossen Perrier-Ausstellung, die das Kunstmuseum Solothurn 1986 vom Musée d’Art et d’Histoire in Genf übernommen hat, findet nun erneut eine dem Genfer Maler und Zeichner gewidmete Präsentation statt. Dieses Mal geht die Initiative vom Kunstmuseum Solothurn aus, in dessen Sammlung sich zwei Hauptwerke des Künstlers befinden. Alexandre Perrier, ein Freund von Ferdinand Hodler, gilt als Hauptvertreter des Jugendstils. 1901 stellte er zusammen mit Hodler und Amiet in der Wiener Secession aus. Während Perriers Frühwerk dem divisionistischen Schaffen von Giovanni Segantini verpflichtet ist, sind die Spätwerke der 20er und 30er Jahre mit ihrer reinen leuchtenden Farbigkeit eigenwillige Beispiele der Moderne. Die Ausstellung klammert den figürlichen Symbolismus weitgehend aus und widmet sich der reinen Landschaftsmalerei. Diese geht von wenigen, wiederkehrenden Orten aus und entstand meist im Atelier. Trotz der Sinnlichkeit von Perriers Malerei, liegt ihr ein konzeptuelles Denken zugrunde, die die Modernität des Schaffens betont. Für eine Mitarbeit konnte die Perrier-Kennerin Claude Ritschard gewonnen werden.

Im Dialog mit Alexandre Perrier:
Landschaftsmalerei der Jahrhundertwende aus der Sammlung des Kunstmuseums Solothurn sowie aktuelle Landschafts-
Serien von Albrecht Schnider (*1958) und Michel Grillet (*1956).

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Fest im Park

14. August
Museumspark



Anlässlich der Vernissage der Alexandre-Perrier-Ausstellung findet im Museumspark ein grosses Museumsfest statt.
Zugleich nutzen wir den 14. August (Vorabend des katholischen Feiertags Maria Himmelfahrt, der den SolothurnerInnen einen freien Tag beschert) als Finissage zur Ausstellung von Victorine Müller und Frantiˇcek Klossner, die am 17. August endet. Da sich beide auch im Bereich der Performance-Kunst einen Namen geschaffen haben, präsentieren sie zusammen mit weiteren Kunstschaffenden einen Performance-Abend. Live-Musik (u.a. mit der Andy Harder Band) sowie kulinarische Genüsse tragen bei zu einer rundum sinnlichen Sommernacht im Museumspark.



Speicher fast voll
Sammeln und Ordnen
in der Gegenwartskunst

Nina Fischer & Maroan el Sani, Rolf Graf, Alex Hanimann, huber.huber, Daniela Keiser,San Keller, Isabelle Krieg, Kris Martin, Costa Vece, Zorro & Bernardo & Sibylle Stöckli u.a.

6. September bis 2. November
Ganzes Parterre



Die Gruppenausstellung vereint aktuelle Arbeiten, die sich mit dem Phänomen des Sammelns und Ordnens beschäftigen. Durch das explosive Wachstum digitaler Speicherplätze und virtueller Archive werden hierarchische Wissensordnungen zunehmend von netzartigen und kollektiven Strukturen abgelöst. Die Arbeiten setzen Kontrapunkte zur gegenwärtigen Informationsflut, zeigen Ordnungen und Unordnungen, beschäftigen sich mit Text- und Bildarchiven, mit (pseudo-)wissenschaftlichen Klassifikationen und ernst gemeinten Ordnungsversuchen, mit musealen Kuriositätenkabinetten sowie obsessiv angelegten Sammlungen. Chaos und Kontrollverlust sind künstlerische Themen, die die Grenzen eines rationalen Zugangs zeigen. Ironische Skepsis, sowie das Fantastische und Utopische dienen als Gegenentwürfe zur rein rationalen Konstruktion unserer Wirklichkeit. Die individuelle Logik der Aneignung und Einordnung der Welt eröffnet ungewohnte Sichtweisen. Die Ausstellung zeigt eine exemplarische Auswahl von Arbeiten ganz unterschiedlicher Medien.

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Kunstverein Solothurn
24. Kantonale
Jahresausstellung

22. November 2008 bis 4. Januar 2009
Ganzes Parterre und Graphisches Kabinett



ÜDer Kunstverein Solothurn organisiert im Wechsel mit dem Kunstverein Olten jedes zweite Jahr die Kantonale Jahresausstellung. Teilnahmeberechtigt sind Kunstschaffende, welche im Kanton Solothurn wohnen oder heimatberechtigt sind, zudem die Mitglieder der Kunstvereine Solothurn und Olten, der Kunstgesellschaft Grenchen sowie der visarte.solothurn. Aus den Eingaben der Kunstschaffenden bestimmt eine vom Vorstand des Kunstvereins Solothurn eingesetzte Jury eine möglichst attraktive Auswahl. Die Ausstellung bietet dem interessierten Publikum eine konzentrierte Sicht auf das aktuelle Kunstschaffen unserer Region und den Künstlerinnen und Künstlern eine schöne Gelegenheit, einem breiteren Publikum Einsicht in ihr gegenwärtiges Schaffen zu gewähren. An der Vernissage wird zum dritten Mal der Auszeichnungspreis des Kunstvereins Solothurn für eine von der Jury bestimmte herausragende Arbeit verliehen.

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Freispiel

Parallel zur Jahresausstellung und quasi als deren Erweiterung wird im Kunstmuseum Solothurn erstmals unter dem Titel Freispiel eine Präsentation interessanter Einzelpositionen gezeigt. Das Graphische Kabinett soll hierbei als experimentelles Labor für jüngere oder innovative Kunstschaffende zur Verfügung stehen. Eingeladen vom Vorstand des Kunstvereins Solothurn werden Künstlerinnen und Künstler, die an der 22. Jahresausstellung besonders auffielen und Lust auf mehr machten. Der Kunstverein Solothurn erhofft sich, mit dieser Neuerung den künstlerischen Nachwuchs zu motivieren und dem Publikum einen zusätzlichen Anreiz zu bieten.

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Das Ausstellungsprogramm des Kunstmuseums Solothurn wird unterstützt durch ein Kulturengagement des Lotteriefonds des Kantons Solothurn.