Hommage à Oscar Wiggli

18.06.2016 – 12.03.2017
Erster Stock, Nordwestsäle

Das Kunstmuseum Solothurn widmet Oscar Wiggli, der am 26. Januar 2016 in Muriaux (JU) gestorben ist, eine Hommage. In zwei Sälen des ersten Stockes ist eine Auswahl aus der Sammlung des Kunstmuseums zu sehen. Während der Schwerpunkt auf dem Frühwerk liegt, gehören die aus dem Nachlass stammenden Sound-Lavis zum späteren Schaffen. Der Künstler war nicht nur Eisenplastiker sondern auch Zeichner, Fotograf, Druckgrafiker und Musiker. Am 9. März 1927 in Solothurn geboren, absolvierte er nach der Matura zuerst eine Mechanikerlehre, bevor er ab 1949 ein Studium der Allgemeinen Naturwissenschaften und der Architektur aufnahm. Ab 1951 bezog Oscar Wiggli ein Atelier in Paris und begann seine Ausbildung an der Académie Grande Chaumière in Paris. Er erlernte den Umgang mit Metall in diversen Schmieden und erwarb sich höchste technische Kenntnisse, wovon seine Skulpturen mit ihren subtilen Oberflächen und der meisterhaften Gestaltung des Eisens zeugen. So sind seine Werke auch ein Lehrstück für die technischen Möglichkeiten geschmiedeter Eisenplastik. Sein Atelier in Muriaux baute er sich nach und nach zur Schmiede aus, so integrierte er darin etwa die mechanischen Hämmer aus der ehemaligen Pflugschmiede Worb. Bereits in den späten 1950er Jahren machte sich Oscar Wiggli als Eisenplastiker international einen Namen. Die Städtische Kunstgalerie Bochum richtete ihm schon 1968 eine Übersichtsausstellung, aus und 1980 war er im Schweizer Pavillon an der Biennale Venedig mit 12 Skulpturen vertreten. Auch mit der Stadt Solothurn verband ihn eine lange Ausstellungsgeschichte. Ab 1962 gab die Galerie Bernhard regelmässig einen Einblick in sein Schaffen; 1977, 1982 und 2006 zeigten das Kunstmuseum Solothurn und der Kunstverein Solothurn sein Werk; und zwischen 1973 und 1993 waren neun Einzelausstellungen in der Galerie Medici zu sehen. Das Kunstmuseum Solothurn verfügt über eine exemplarische Sammlung zum Werk von Oscar Wiggli, die es ermöglicht, seinen künstlerischen Werdegang chronologisch zu zeigen. Zudem sind Tuschezeichnungen und Grafiken aus der grossen Werkgruppe der Sound-Lavis, aus den 2000er Jahren zu sehen. Sie wurden von der Stiftung Janine und Oscar Wiggli für die Ausstellung zu Verfügung gestellt. Zusammen mit Janine Wiggli konstruierte der Künstler 1982 einen Synthesizer, der ihm musikalische Untersuchungen und Experimente möglich machte. Die Sound-Lavis sind grafische Klangsymbole, die er beim Hören von Klängen als Klangbilder mit Tusche spontan auf das Papier bannte und so ein Zeichensystem schuf, mit denen er ganze Kompositionen von elektroakustischer Musik visualisieren konnte.

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Gilgian Gelzer. Pencilmania

Zeichnungen und Fotografien 2006-2016

14.01.2017 – 23.04.2017
Parterre Ost

Der in Bern geborene Künstler Gilgian Gelzer (*1951) lebt seit 1970 in Paris, wo er bis vor kurzem als Professor für Zeichnung an der École nationale supérieure des Beaux-Arts wirkte. Daneben hat er sich dem eigenen Schaffen gewidmet, mit dem er vor allem in seiner Wahlheimat Frankreich bekannt wurde. Nun ermöglicht ihm das Kunstmuseum Solothurn die erste Einzelpräsentation in einem Schweizer Museum, mit einer Auswahl von Zeichnungen und Fotografien der letzten zehn Jahre. Der Titel "Pencilmania" geht von den obsessiv wirkenden Zeichnungen aus und verbindet die Wörter pencil (engl. Bleistift) und mania (ital. Wahnsinn). Auch die klangliche Nähe zum amerikanischen Teilstaat Pennsylvania ist sinnig, lassen doch manche seiner riesigen Blätter mit ihrem linearen Geflecht an Strassen, Flüsse und Höhenkurven von Landkarten denken. Gleichwohl liegt dem Zeichner nicht an einer spezifischen Darstellung, vielmehr erinnern seine dichten Blätter an absichtslose Telefonzeichnungen. Auch bei den fotografischen Trouvaillen seiner Streifzüge spielt der Zufall eine entscheidende Rolle. Glückhaft ist das Finden eines bildwürdigen Motivs, sehr präzis jedoch seine Rahmung im Sucher. Die raffiniert komponierten Fotografien zeigen ein fast klassisch anmutendes Gespür für Form und Linie, über die sich eine unerwartete Nähe zur Zeichnung ergibt.

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