Ian Anüll: Untitled®. Arbeiten auf Papier

24.02.2018 – 13.05.2018

2003 hat das Kunstmuseum Solothurn Ian Anüll (*1948) eine grosse Überblicksausstellung gewidmet. Waren damals Gemälde, Objekte und Installationen zu sehen, erhält der Künstler im Graphischen Kabinett nun einen Auftritt mit Arbeiten auf Papier. Das Werk des Künstlers zeichnet sich sowohl durch poetische Leichtigkeit wie ein spürbares inhaltliches Gewicht aus. In einer breiten Auswahl mit Exponaten aus verschiedenen Schaffensphasen von den 1970er Jahren bis heute wird deutlich, wie humorvoll und tiefgründig seine Werke sind. Die Dichte von inhaltlichen, medialen und materiellen Aspekten ist verblüffend. So zaubert Anüll aus gefundenen Schnipseln mit dezenten Ergänzungen etwas Neues und gibt blossen Abfällen einen Wert zurück. Oder er durchlöchert und zerschneidet reale Geldscheine, um sie gleichsam umzuwerten. Neben der Vielfalt von Techniken wie Collage, Aquarell oder Zeichnung fällt der Reichtum von Stilen auf. Der Verzicht auf eine eigene, schnell erkennbare Handschrift erfolgt bewusst. Das für den Künstler selbst zum Trademark gewordene ® im Ausstellungstitel passt zum subversiven Spiel mit Marken und hinterfragt den Anspruch der Originalität. Mit dem Logo für «Registered Trademark» wird ein Bezug zu den Mechanismen des Kunstmarktes geschaffen. Hinter dem für den Kunstbetrieb so berüchtigten Untitled versteckt sich
Anülls dadaistischer «Non-Sense», der jedoch viel Raum für ein eigenständiges Sehen und Denken lässt.

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Elisabeth Strässle: Derborence

28.04.2018 – 22.07.2018

Elisabeth Strässle (*1942) hat sich mit ihrem eigenständigen, über Jahrzehnte fast konzeptuell erarbeiteten Schaffen einen besonderen Platz in der Solothurner Künstlerschaft erworben. Nun ist ihr die erste Einzelausstellung in einem Museum gewidmet, in der ihre neusten Werke im Zentrum stehen. Diese beziehen sich mit dem Titel Derborence auf den gleichnamigen Roman von Charles-Ferdinand Ramuz (1878 – 1947) und gehen von ihren mehrfachen Besuchen der Bergregion von Les Diablerets aus. Hat Ramuz den dortigen Bergsturz von 1714 literarisch verarbeitet, faszinieren Elisabeth Strässle die vielfachen Brüche, die dieser hinterliess. Der Künstlerin geht es nicht um ein realistisches Abbild der durch die Katastrophe verwüsteten Landschaft, sondern um ein subjektives Erinnern. Darum sind auch alle Werke erst im Atelier entstanden. Bei den Zeichnungen handelt es sich um tägliche Übungen, in denen sie das Erlebte evoziert und den schmalen Grat zwischen gegenständlicher Vorstellung und ungegenständlicher Erscheinung sucht. Zu den Merkmalen ihres Schaffens gehört die Angleichung der Medien: Lassen viele Gemälde an Zeichnungen und Aquarelle denken, wirken einige der pastos bemalten, als riesige Tücher direkt an die Wand fixierten Leinwände fast wie Skulpturen. Neben «Landschaften» werden auch Bilder und Zeichnungen von Tieren und ihrer Skelette gezeigt sowie eine Auswahl der bekannten Paneele (1996 – 2006), in denen sich städtisch anmutende Strukturen verdichten.

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