SAMMELN VERPFLICHTET

Der Kunstverein Solothurn im Spiegel seiner Sammlung

29.08.2009 – 08.11.2009
Ganzes Parterre und Graphisches Kabinett

Ankäufe, Schenkungen und Verluste
unter besonderer Berücksichtigung
des Buchser-Vermächtnisses.
Konzipiert von allen Kunstvereins-Präsident/innen
seit 1967

Kuratiert von Roswitha Schild

Der Kunstverein Solothurn ist mit dem Kunstmuseum Solothurn historisch verbunden, ist von diesem aber – was vielen nicht bewusst ist – unabhängig, d.h. der Kunstverein besitzt eine eigene Sammlung und verfolgt – natürlich in Koordination mit dem Kunstmuseum – eine eigene Strategie. Während sich das Kunstmuseum gesamtschweizerisch positioniert, verfolgt der Kunstverein eher einen regional geprägten Fördergedanken, sei es in Bezug auf die Vermittlungstätigkeit an das hiesige Publikum, sei es bezüglich vielfältiger Präsentationen Solothurner Kunstschaffender.

Eine Sammlung darf nicht Selbstzweck sein, sondern dient dazu, Künstlerinnen und Künstler präsent zu halten und dem geneigten Publikum in verschiedenen Zusammenhängen zugänglich zu machen. Obwohl die Sammeltätigkeit des Kunstvereins von persönlichen Netzwerken geprägt ist und damit ein soziokulturelles Abbild der letzten 150 Jahre in Solothurn widergibt, ist sie dank der Individualität und Weltoffenheit der Donatoren wie der prägenden Vorstandsmitglieder und Präsident/innen alles andere als provinziell. Deponiert im Kunstmuseum Solothurn leistet die Sammlung dank der starken Gewichtung des Solothurner Kunstschaffens einen wesentlichen Beitrag zur Identifikation der Bevölkerung mit ihrem Museum.

Kern der Sammlung ist das Buchser-Legat (1899), welches in der Ausstellung ebenfalls Dreh- und Angelpunkt sein soll. Dazu gesellen sich weitere Legate – vornehmlich aus der Zeit um die Erbauung des Kunstmuseums – sowie Ankäufe seit 1879, als der Kunstverein wegen der Holbein-Madonna-Finanzkrise gezwungen gewesen war, seine bisherige Sammlung der Stadt Solothurn abzutreten. Während Schlaglichter auf die historische Sammeltätigkeit des Kunstvereins Solothurn (gegründet 1850) geworfen werden, soll diese zugleich kritisch nach Zweck, Strategie, Repräsentativität, Ausstrahlung und Möglichkeiten für die Zukunft befragt werden. Dazu werden auch jüngste Schenkungen in Hinblick auf diese Ausstellung integriert, u.a. Anina Schenkers 3-Kanal-Video-Installation from dusk till dawn, geschenkt vom kantonalen Kuratorium für Kulturförderung. Herausragende Gemälde von Frank Buchser aus einer engagierten hiesigen Privatsammlung runden die 60 Gemälde umfassende Buchser-Sammlung des Kunstvereins ab. Subtile künstlerische Interventionen von Heinz Brand mögen die Wahrnehmung der Betrachterinnen und Betrachter für Bezüge innerhalb der Sammlung wie des Ortes schärfen.

Roswitha Schild

Für ihre Unterstützung danken wir dem Lotteriefonds des Kantons Solothurn, der Stadt Solothurn und der Gemeinde Feldbrunnen-St.Niklaus.