Science & Fiction

Künstlerische Praxis im Dialog mit den Wissenschaften

20.08.2011 – 06.11.2011
Ganzes Parterre

Mit Emma Kunz, Gerhard Lang, Lutz & Guggisberg, Mario Merz, Helen Mirra, Christian Ratti, Pascal Schwaighofer, Miriam Sturzenegger, Matteo Terzaghi & Marco Zürcher, Till Velten, Ingrid Wildi Merino und Rolf Winnewisser.

Die wechselseitige Durchdringung von wissenschaftlichen Erkenntnissen und künstlerischen Produktionsformen hat eine lange Tradition. Während in der frühen Neuzeit mit dem Typus des Künstlers als Universalgelehrter und Ingenieur noch ein tatsächlicher Austausch zwischen den beiden Disziplinen stattfand, haben Kunst und Wissenschaft im Zuge einer fortschreitenden Spezialisierung getrennte Wege eingeschlagen. Diese Trennung scheint heute wieder durchlässiger zu werden: Immer häufiger bedient sich die Wissenschaft Visualisierungsstrategien und bildgebender Verfahren, die auch ästhetischen Kriterien folgen. Umgekehrt greifen Künstlerinnen und Künstler vermehrt auf Denk- und Arbeitsformen der Wissenschaft zurück, um diese für ihre eigene Arbeit fruchtbar zu machen. Vermeintlich statische Systeme des Wissens werden zum Ausgangspunkt für Arbeiten, die sich dieser Systeme bedienen, um sie – oft humorvoll und parodistisch – zu durchbrechen und in Frage zu stellen. Künstlerische Arbeit dreht sich nicht mehr länger nur um das Künstlersubjekt, um Parameter wie Werk, Objekt und Ausstellung, sondern wird in ihrer Verschränkung mit anderen Wissenssystemen und in ihrer Funktion untersucht.

Erstmals wird diesem Thema in einem Schweizer Museum eine Ausstellung gewidmet. Während vergangene Ausstellungen Kooperationen zwischen Kunstschaffenden und Wissenschaftlern initiierten oder auf einzelne Disziplinen fokussierten, möchte die Ausstellung in Solothurn den Fokus weiten. Mit Arbeiten von jüngeren Schweizer Kunstschaffenden sowie wichtigen älteren und internationalen Künstlerinnen und Künstlern eröffnet sie eine grosse Spannweite an unterschiedlichen Herangehensweisen und bietet damit einen Einblick in die Vielfältigkeit des Themas. Science & Fiction möchte zeigen, wie Künstlerinnen und Künstler die Wissenschaft als eine Möglichkeit der Welterklärung von ihrem eigenen Standpunkt aus befragen und reflektieren und ihr die künstlerische Praxis als Modell und Möglichkeit der Wissensproduktion an die Seite stellen.

Barbara von Flüe