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Zeit verstreichen

Moment und Dauer in der Gegenwartskunst

20.08.2016 – 30.10.2016
Ganzes Parterre

Mit Giro Annen, Julian Charrière, David Claerbout, Peter Dreher, Luca Frei, Alexander Hahn, On Kawara, Claudia Kübler, Alicja Kwade, Ursula Müller, Roman Signer, René Zäch, Anna-Sabina Zürrer

Unter dem Titel Zeit verstreichen. Moment und Dauer in der Gegenwartskunst zeigt das Kunstmuseum Solothurn ab dem 20. August eine thematische Ausstellung von grosser Aktualität, ist das Phänomen der Zeit und ihr scheinbar immer schnelleres Verstreichen doch in aller Munde. Neben dem Fokus auf die Schweizer Kunst werden wichtige internationale Positionen gezeigt, die in den unterschiedlichsten Medien – Installation, Video, Skulptur, Malerei, Zeichnung und Fotografie – das Phänomen der Zeit reflektieren. Die über alle sieben Säle des Parterres angelegte Ausstellung bewegt sich zwischen den Polen von Moment und Dauer. Sie befasst sich mit dem Spannungsfeld zwischen notwendiger Vergänglichkeit und ersehnter Verewigung, thematisiert das unablässige Fliessen der Zeit sowie den Wunsch, sie festhalten zu können.

Museen sind Orte der Entschleunigung und Konzentration, häufig scheint die Zeit in ihnen ein anderes Mass anzunehmen. Als Orte des Sammelns, Bewahrens und Erinnerns arbeiten Museen mit der Zeit. So stellt das Museum als Zeitkapsel einen idealen Ort dar, um sich mit der Zeit zu beschäftigen. Dabei masst sich die Solothurner Ausstellung nicht an, eine abschliessende Antwort auf die berühmte augustinische Frage „Was ist Zeit?“ zu geben. Vielmehr stellen die ausgewählten Werke Vorschläge und Möglichkeiten dar, über das Wesen der Zeit nachzudenken. Die Ausstellung konzentriert sich auf inhaltliche und existenzielle Aspekte der Zeit; der mit ihr verbundene Entstehungsprozess steht nicht im Vordergrund.

Der Ausstellungstitel Zeit verstreichen ist der gleichnamigen Videoarbeit von Claudia Kübler (*1983) entliehen. Der Titel kehrt die bekannte sprachliche Wendung „Die Zeit verstreicht“, wonach dem zeitlichen Vergehen passiv zugeschaut wird, in eine Aufforderung um, selbst tätig zu werden, um etwas aus und mit der Zeit zu machen. Das Video ist eine stimmige und paradoxe Annäherung an das Thema. Denn um Zeit verstreichen zu sehen, zahlen wir der Zeit mit unserer Zeit Tribut. In Momenten der Hingabe verliert sich das Zeitbewusstsein, scheint die Zeit zu verschwinden. Damit ist die erlebte Zeit angesprochen, die der normativen Zeit, wie sie auf den Uhren angegeben wird, oft entgegensteht. Das spannungsvolle Verhältnis zwischen Zeit und Zeitlichkeit hat verschiedene Künstlerinnen und Künstler dazu motiviert, sich mit der Uhr und dem Kalender als Metaphern der chronologischen Zeit auseinanderzusetzen, um das Verständnis von Zeit zu hinterfragen. So sind auch in der Solothurner Ausstellung Uhren zu sehen. Vor dem gleichmässigen Takten der Zeit interessiert sich die Ausstellung aber vor allem für Aspekte und Zeitbegriffe, die sich mit der Zeitlichkeit verbinden lassen: Langsamkeit und Wiederholung, Warten und Abschied.

Abbildung: David Claerbout, Still aus Long Goodbye, 2007, Einkanal-Farbvideoprojektion, ohne Ton, 12′, © Pro Litteris, Zürich