Albert Anker: Zeichnungen und Aquarelle

26.10.2019 – 16.02.2020
Graphisches Kabinett

Das Kunstmuseum Solothurn widmet sich regelmässig der Vermittlung bedeutender Schweizer Zeichnerinnen und Zeichner. Nach Ausstellungen über Cuno Amiet, Giovanni Giacometti, Otto Morach, Sophie Taeuber-Arp und Félix Vallotton wird mit Albert Anker (1831–1910) einer der grössten Schweizer Zeichner und Aquarellisten des 19. Jahrhunderts präsentiert. Wurden die Gemälde des beliebten Realisten bereits in vielen Ausstellungen gewürdigt, handelt es sich bei der musealen Präsentation seiner Arbeiten auf Papier um einen Primeur.

Giacomo Santiago Rogado: Desire Path

Werke 2014 bis 2019

23.11.2019 – 16.02.2020
Ganzes Parterre

Der in Berlin lebende Luzerner Künstler Giacomo Santiago Rogado (*1979) hat im Bereich der Malerei neue Wege gefunden. Mit seinen Gemälden, die mehrmals in musealen Einzelausstellungen gezeigt wurden, hat er früh nationale Bekanntheit erlangt. Nach seiner Ausstellung im Helmhaus Zürich, 2014, ermöglicht das Kunstmuseum Solothurn eine Übersicht neuer Werke, die neben Bildern auch Arbeiten auf Papier und Installationen einschliesst. Die Verbindung von Licht und Farbe zieht sich leitmotivisch durch das Schaffen und tritt bei allen Medien auf.

VERLÄNGERT: Jean Mauboulès: Mouvement arrêté

Arbeiten auf Papier 1969-2019

12.05.2020 – 02.08.2020
Kunstmuseum Solothurn, Graphisches Kabinett

Der aus den französischen Pyrenäen stammende Bildhauer und Zeichner Jean Mauboulès (*1943) lebt seit 1973 in der Region Solothurn. Seither waren seinem Schaffen mehrere Präsentationen im Kunstmuseum Solothurn gewidmet. Die letzte Einzelausstellung fand 2002 statt und betonte den übergreifenden Charakter des Linearen in Skulptur, Relief und Zeichnung. In der jetzigen Übersichtsschau im Graphischen Kabinett, in der ein Bogen von 50 Jahren gespannt wird, stehen nun allein Werke auf Papier im Zentrum: Aquarelle, Bleistift- und Tuschezeichnungen. Neben der Klarheit der Linie fällt ein ausgesprochen malerischer Ausdruck auf. Nicht selten begegnen sich geometrische und organische Formen im selben Werk. Im „Pas-de-deux“ halten sich Spannung und Ruhe die Waage. Der leidenschaftliche Liebhaber des Tanzes spricht von einem Mouvement arrêté.

VERLÄNGERT: Genius Loci Salodorensis

Kunst aus und für Solothurn

12.05.2020 – 18.10.2020
Kunstmuseum Solothurn, Ganzes Parterre

2020 feiert die Stadt Solothurn ihr 2000-Jahr-Jubiläum. Auch das Kunstmuseum Solothurn gratuliert mit einer speziellen Ausstellung, die den Fokus auf die Kunst der eigenen Stadt legt. Der lateinische Titel ist eine Referenz an die römischen Ursprünge und fragt zugleich nach dem Geist der Ambassadorenstadt. Viele bedeutende Kunstschaffende kommen aus Solothurn, wie die Maler Frank Buchser (1828-1890), Cuno Amiet (1868–1961) und Rolf Spinnler (1927–2000) oder die Bildhauer Oscar Wiggli (1927–2016), Franz Eggenschwiler (1930–2000), Gunter Frentzel (1935–2017) und René Zäch (*1946).

Heinz Schwarz (1920-1994)

Eine Hommage zum 100. Geburtstag

12.05.2020 – 04.10.2020
Kunstmuseum Solothurn, Erster Stock, Nordwestsäle

Der Solothurner Künstler Heinz Schwarz (1920–1994) könnte dieses Jahr seinen 100. Geburtstag feiern. Bekannt sind vor allem seine Bronzegüsse adoleszenter Mädchen, wobei das Gesamtwerk sich keineswegs auf dieses Motiv beschränkt. Dies wird an einigen Leihgaben und mehrheitlich frühen Werken aus den Beständen des Solothurner Kunstmuseums aufgezeigt, die letztes Jahr, dank einer grosszügigen Schenkung aus dem Nachlass des alt Regierungsrates Gottfried Wyss-Jäggi (1921–2019) an den Kunstverein Solothurn um drei Werke erweitert wurde. Der weibliche Torso (1947–1949) kommt als Depositum der Eidgenossenschaft bereits 1955 ins Haus, in den 1980er Jahren folgt eine Serie von Zeichnungen.

Sammlungsausstellung mit einem Einzelsaal zu Max Gubler (1898-1973)

12.05.2020 – 27.09.2020
Kunstmuseum Solothurn, Sammlungssäle 1. Stock

Nach der Ausstellung Kleine Stadt – Grosse Meister des letzten Jahres, in der internationale Spitzenwerke im Fokus standen, zeigt sich die Accrochage nun in modifizierter Form. Alle Interventionen, mit denen aktuelle Werke in zeitfremden Epochensälen überraschten, um inhaltliche statt stilistische Gemeinsamkeiten zu betonen, wurden entfernt oder ausgetauscht. Als neues Leitmotiv tritt jetzt die figurative Skulptur auf, von einer spätmittelalterlichen Heiligenfigur über zwei bedeutenden Bronzen von Alberto Giacometti (1901–1966) bis hin zur Hommage à Käthe Kollwitz (1990/91) von Jean Tinguely (1925–1991) und Eva Aeppli (1925–2015). Damit ermöglicht sich zugleich eine Anbindung an die Jubiläumsausstellung für Heinz Schwarz (1920-1994), der v.a. als Bildhauer bekannt wurde.

Michel Grillet: Across the Universe

22.08.2020 – 01.11.2020
Kunstmuseum Solothurn, Graphisches Kabinett

«Across the Universe», durch das Weltall, wandelt Michel Grillet (*1956) in seiner ersten retrospektiven Überblicksausstellung in einem Museum. Seit jeher interessiert sich der Genfer Künstler für unendliche Sphären: Vielfach tauchen diffuse, weite Horizonte oder Sternenhimmel in seinen Arbeiten auf. Besondere Beachtung verdient dabei das Format: Bekannt geworden ist Grillet mit miniaturartigen Bildern: In Aquarell-Farbtöpfchen hat er Nachteindrücke oder Bergansichten gemalt und dabei nicht nur technische Brillanz auf kleinstem Raum bewiesen. Vielmehr hat er auch gezeigt, dass sich das Weite mit dem Kleinen kraftvoll verbinden lässt und Monumentalität keine Frage der Grösse ist. Gefühle der Sehnsucht oder Erhabenheit bestimmen Grillets Bildwelt, die damit an die Romantik anknüpft. Die Ausstellung in Solothurn versammelt Aquarelle und Malerei der Jahre 1977 bis 2019.

Albert Trachsel (1863-1929): Eine Retrospektive

24.10.2020 – 07.02.2021
Kunstmuseum Solothurn, Sammlungssäle 1. Stock

Der Genfer Maler, Zeichner und Aquarellist Albert Trachsel (1863–1929) zählt zu den wichtigsten Schweizer Künstlern des Symbolismus und der Moderne. Vorerst studiert er aber Architektur. Diese Disziplin und ihre Techniken verbinden sich später mit einer Faszination für die bildende Kunst: Er reist nach Paris, wo er 1892 am ersten Rosenkreuzer-Salon seine Fêtes réelles ausstellt, auf Papier gezeichnete Fantasiearchitekturen. Auch Ferdinand Hodler und Félix Vallotton präsentieren dort ihre Arbeiten. 1901 kehrt Trachsel nach Genf zurück. Nach 1902 entsteht sein symbolistisches Hauptwerk: Von 1905–1914 widmet er sich seinen Traumlandschaften. Auffallend ist seine ungewöhnliche Palette.

36. Kantonale Jahresausstellung

14.11.2020 – 03.01.2021
Kunstmuseum Solothurn, Ganzes Parterre

Im 2020 ist der Kunstverein Solothurn Veranstalter der 36. Kantonalen Jahresausstellung. Kunstschaffende, die im Kanton Solothurn wohnen oder heimatberechtigt sind, können ihre Werke zur Jurierung einreichen. Ebenso möglich ist die Teilnahme als Mitglied der Kunstvereine Solothurn oder Olten, der Kunstgesellschaft Grenchen oder der visarte.solothurn. Aus den Eingaben der Kunstschaffenden bestimmt eine Jury, zusammengesetzt aus zwei ausgewiesenen Persönlichkeiten der nationalen Kunstszene und zwei Mitgliedern des Vorstands des Kunstvereins Solothurn, eine Auswahl. Die Ausstellung im Kunstmuseum bietet dem interessierten Publikum eine konzentrierte Sicht auf das aktuelle Kunstschaffen unserer Region. An der Vernissage wird der Auszeichnungspreis der Stadt Solothurn für eine herausragende Arbeit verliehen. 2018 wurde das Werk Six Pack von Marco Eberle ausgezeichnet.

Freispiel

14.11.2020 – 03.01.2021
Kunstmuseum Solothurn, Graphisches Kabinett

2020 wird das Freispiel zum siebten Mal durchgeführt. Das Kunstschaffen von Solothurner Künstlerinnen und Künstlern zu unterstützen, ist dem Kunstverein Solothurn ein zentrales Anliegen. Das Format präsentiert sich als attraktive und eigenständige Ausstellung, die jeweils parallel zur Kantonalen Jahresausstellung stattfindet. Diese viel beachtete Plattform soll jüngeren, vor dem Durchbruch stehenden Kunstschaffenden die Möglichkeit bieten, je einen Raum im Graphischen Kabinett des Kunstmuseums Solothurn zu bespielen.

Claudio Moser: Gegen Osten

Werke von 1995 bis 2020

23.01.2021 – 11.04.2021
Kunstmuseum Solothurn, Ganzes Parterre

Claudio Moser (*1959 in Aarau) gehört zu den bedeutendsten Schweizer Künstlern seiner Genera­tion, dessen Schaffen früh entdeckt wurde. Das Kunstmuseum Solothurn, wo Claudio Moser bereits 1998 in der thematischen Ausstellung «Die Schärfe der Unschärfe» vertreten war, ermöglicht nun mit einer breiten Werkauswahl aus 25 Schaffensjahren einen retrospektiven Überblick. Neben einer reichen Zahl von Fotografien, mit denen der Künstler bekannt geworden ist, sind auch Filme sowie Skulpturen und Malereien zu sehen.
Claudio Moser geht nicht nur als Fotograf, sondern auch als ausstellender Künstler bewusst und differenziert mit dem Raum und seinen Stimmungen um. Für die sieben Parterre-Räume des Kunst­museums Solothurn hat er einen atmosphärischen Parcours angelegt, der von den architektoni­schen Gegebenheiten ausgeht. So nutzt er die nach dem Museumsumbau von 1980 verschlossene Abfolge von Fenstern für die Hängung grossformatiger Fotografien, die an den Aussenwänden des Erdgeschosses als Leitmotive auftreten und den Takt angeben. Dieser visuelle Faden der Fotografie, der sich durch die ganze Ausstellung zieht, ermöglicht die Platzierung ganz anderer Werke auf den Gegenwänden. So finden sich bereits im ersten Saal Malereien auf Papier, die sich über zwei weitere Säle fortziehen. Auch hier hat Claudio Moser an einen visuellen Zusammenhalt gedacht, befinden sich die grossformatigen Blätter doch an farbigen Wänden, die er über drei Säle miteinander ver­bindet.

Otto Morach und Fritz Baumann

Arbeiten auf Papier

23.01.2021 – 05.04.2021
Kunstmuseum Solothurn, Graphisches Kabinett

Der Solothurner Otto Morach (1887–1973) und der Basler Fritz Baumann (1886–1942) pflegten eine intensive Künstlerfreundschaft, die sich in ihren Arbeiten auf Papier der 1910er Jahre spiegelt. Gemeinsam gehörten sie 1918 zu den Gründungsmitgliedern der Künstlergruppe Das neue Leben. Ausgangspunkt der Ausstellung ist eine wertvolle Schenkung von Baumanns Holzschnitten und Radierungen, die uns Hugo Stüdeli, Morachs Neffe und Nachlassverwalter, 2019 übergeben hat. Bereits 2017 durften wir vom selben Gönner ein grosses Konvolut von Morach-Zeichnungen entgegennehmen. Baumanns expressionistisch-kubistische Blätter der Jahre 1912–14 gehören neben Morachs Kohlezeichnungen von 1915–18 zu den eindrucksvollsten Werken der frühen Moderne in der Schweiz.
Morach und Baumann sind sich erstmals 1910 im legendären Pariser Atelierhaus La Ruche begegnet und kehrten 1912/13 gemeinsam dorthin zurück. In dieser Zeit entstanden nicht nur viele von Baumanns Grafiken, zum damaligen Austausch der Freunde gehörte auch das gegenseitige Porträtieren. Interessant ist der Vergleich der Bildwelt, die geistige, urbane und ländliche Motive verbindet. Das dynamische Hell-Dunkel findet in Morachs eindringlichen Zeichnungen seiner Heimatstadt einen unheimlichen Ausdruck.

Kathrin Sonntag: ICHDUERSIEESWIRIHRSIE

01.05.2021 – 25.07.2021
Kunstmuseum Solothurn, Ganzes Parterre

Das Werk von Kathrin Sonntag (*1981) verlangt einen zweiten, gar dritten Blick: Oft verlangsamt ihre Kunst bewusst unsere Wahrnehmung und stellt diese selbst zur Schau. Mit Mitteln der Entschleunigung oder des visuellen Stolperns führt sie uns den Prozess des alltäglichen Sehens vor Augen. Da erstaunt es nicht, dass die Künstlerin in einer dafür spezialisierten Manufaktur ihre eigenen Augäpfel nachbilden liess. Diese artifiziellen Glasaugen sind Objekte, wollen aber auch ein Antlitz, ein Individuum simulieren. Wenn wir sie auf dem Sockel betrachten, wird die sonst so klare Beziehung zwischen Subjekt und Objekt plötzlich unscharf.

Die in Berlin lebende Künstlerin mit Schweizer Wurzeln präsentiert im Kunstmuseum Solothurn eine umfassende Einzelausstellung mit Fotografien, Objekten und Installationen unter dem Titel ICHDUERSIEESWIRIHRSIE. Auf eine Überforderung des Lesers abzielend, verwehrt er eine schnelle Entzifferung – spiegelt dann aber ein dichtes Beziehungsgeflecht, das sich auch in der Kunst von Kathrin Sonntag zeigt. Für die Präsentation geht die Künstlerin stark auf die Räumlichkeiten des Kunstmuseums Solothurn als Ort ein und bezieht auch Elemente der Architektur in ihre künstlerische Arbeit mit ein.