Réserve du Patron: Arbeiten auf Papier

Aus den Erwerbungen 1998-2021

19.06.2021 – 26.09.2021
Kunstmuseum Solothurn, Graphisches Kabinett

Die Ausstellung im Graphischen Kabinett beleuchtet anhand einer Auswahl von Erwerbungen der Jahre 1998–2021 ein spezifisches Feld der Sammlung des Kunstmuseums Solothurn: Die Arbeiten auf Papier. Unter dem Titel Réserve du Patron wird ein Fokus auf den Sammlungsschwerpunkt in der Amtszeit des abtretenden Konservators gelegt. Ab 2002 fanden im erweiterten Graphischen Kabinett zahlreiche Einzelausstellungen bedeutender Schweizer Zeichnerinnen und Zeichner statt. Nicht selten konnten anschliessend grosse Werkgruppen dank Ankäufen oder Schenkungen erworben werden, wie im Falle von Giovanni Giacometti, Otto Morach, Alexandre Perrier oder Felix Vallotton. Mit einem 40-teiligen Konvolut von Zeichnungen von Ferdinand Hodler, das dem Museum 2015 aus dem Nachlass von Rudolf Schindler zukam, ist auch die Vaterfigur der Schweizer Moderne prominent vertreten.

Zu den Erwerbungen gehören aber auch Arbeiten auf Papier der Gegenwartskunst, wie Werke von Marie-Theres Amici, Marc Bauer, Christian Denzler, Annatina Graf, Alex Hanimann, Christoph Rütimann, Adrian Schiess, Roman Signer, Albrecht Schnider, Anselm Stalder, Uwe Wittwer oder René Zäch beweisen.

Schwarzes Licht

Positionen des Erhabenen in der zeitgenössischen Kunst

09.10.2021 – 02.01.2022

Das Erhabene überwältigt Sinne wie Gedanken. Es wurde im Zusammenhang mit der Kunst diskutiert und als ästhetische Kategorie sowohl der Schönheit wie dem Schrecken zugeordnet. Mitte des 20. Jahrhunderts wurde es im Umfeld der amerikanischen Nachkriegsmalerei aufgegriffen, etwa bei Barnett Newman oder Mark Rothko.
Das Erhabene ist in der zeitgenössischen Kunst wieder präsent – auf unterschiedliche Weise: Es gibt ernsthafte Umsetzungen, aber auch ironische oder humorvolle Brechungen. Überwältigende Landschaftsmotive existieren neben Werken, die etwa die unfassbare Dynamik des Kunstmarktes reflektieren. Auch Licht- und Leerstellen spielen eine wichtige Rolle. Der Ausstellungstitel trägt diesem Aspekt, aber auch dem Unvorstellbaren mit einem paradoxen Begriffspaar Rechnung: Schwarzes Licht.

Die Präsentation versammelt wichtige zeitgenössische Kunstschaffende verschiedener Generationen, darunter Julian Charrière (CH, *1987), John Chiara (USA, (*1971), Michel Grillet (CH, *1956), Sara Masüger (CH, *1978), Karin Sander (*1957), Albrecht Schnider (*1958), Francisco Sierra (CH, *1977), Hiroshi Sugimoto (JP, *1948) oder Robert Zandvliet (*1979).

Meret Oppenheim (1913-1985)

Arbeiten auf Papier

23.10.2021 – 27.02.2022
Kunstmuseum Solothurn, Graphisches Kabinett

Was haben die Städte Stockholm und Solothurn gemeinsam? In ihnen fanden weltweit die ersten musealen Einzelausstellungen zu Meret Oppenheim statt. 1974 zeigte das Museum der Stadt Solothurn eine Oppenheim-Retrospektive und macht damit das Schaffen der Schweizer Künstlerin wieder bekannt. Mittlerweile ist sie längst im Kreis der bedeutendsten Künstlerinnen wie Frieda Kahlo, Sophie Taeuber-Arp, Louise Bourgeois oder Cindy Sherman arriviert.

Im Herbst 2021 nun findet im Kunstmuseum Solothurn eine weitere Überblicksschau zu den Arbeiten auf Papier von Meret Oppenheim statt. Diese ergibt sich auch aus unserem reichen Sammlungsbestand von 18 Arbeiten auf Papier, die zwischen 1933 und 1975 entstanden sind. Sie spiegeln Oppenheims lebenslange Beschäftigung mit der Kunst. Zudem führt die genannte Präsentation eine lange Reihe von Projekten zum Medium der Zeichnung bedeutender Schweizer Kunstschaffender fort, z.B. Cuno Amiet, Albert Anker, Sophie Taeuber-Arp oder Félix Vallotton. Die Schau ergänzt als Satellit eine parallel stattfindende Retrospektive im Kunstmuseum Bern, das einen Grossteil des Nachlasses besitzt und als Hauptleihgeber das Solothurner Projekt unterstützt.

Tiefenschärfe

Zwischen Lust, List und Schrecken

29.01.2022 – 24.04.2022
Kunstmuseum Solothurn, Ganzes Parterre

Kuratiert mit Andreas Fiedler

Die Schärfe der Unschärfe hiess 1998 die Eröffnungsausstellung des neuen Konservators. 24 Jahre später endet seine Amtszeit mit der Präsentation Tiefenschärfe. Sie vereint Kunstwerke, bei denen viele Motive gestochen scharf auftreten. Ob sich damit die erhoffte Klarheit einstellt, ist fraglich. Viele Exponate lassen sich auf die Tradition des Trompe-l’oeil beziehen, auf die Kunst des Augentrugs. Ihre Künstlerinnen und Künstler täuschen mit allen Mitteln der Verführung. Das ist lustvoll und listig, wie Meisterwerke von Adolf Dietrich (1877–1957), Niklaus Stoecklin (1896–1982) oder Félix Vallotton (1865–1925) beweisen.
Tiefenschärfe legt den Schwerpunkt auf die Gegenwartskunst. Generationen- und medienübergreifend zeigen Kunstschaffende wie Franz Gertsch (*1930), Bernard Voïta (*1960) oder das Künstlerduo Taiyo Onorato (*1979) & Nico Krebs (*1979) unterschiedliche Formen des Wirklichkeitsbezugs. Mit Sofia Hultén (*1972) oder Friederike Feldmann (*1962), die für die Ausstellung eine raumbezogene Wandmalerei realisiert, sind auch internationale Positionen vertreten. Bei der formalen Schärfe der Exponate kommen zum philosophischen Spiel der Täuschung auch Ernst und Schrecken, die aus der Konfrontation mit unterschiedlichen Zeit- und Weltbildern wachsen können.

Hommage an Schang Hutter (1934-2021)

14.09.2021 – 27.02.2022
Kunstmuseum Solothurn, 1. Stock

Der Solothurner Bildhauer und Zeichner Schang Hutter, der kürzlich in seinem 87. Altersjahr verstorben ist, gehörte zu den bedeutendsten Schweizer Kunstschaffenden seiner Generation. Nun ehrt das Kunstmuseum Solothurn, wo sein Schaffen 1989 und 2007 in Einzelausstellungen gezeigt wurde, den Verstorbenen mit einer kleinen Hommage aus den eigenen Beständen. Ausgewählte Meisterwerke, die in zwei Sälen des Ersten Stockes versammelt sind, führen die besondere Ausdruckskraft der existenziell fundierten Kunst vor Augen und bezeugen die eindrucksvolle Konsequenz, mit der sich Schang Hutter immer neu der Verletzlichkeit des Menschen öffnete.