© D. Thalmann, Aarau, Switzerland, Foto: SIK-ISEA, Zürich

Cuno Amiet 1868–1961
Bildnis Ferdinand Hodler vor seinem Marignano-Bild, 1898

wohl Tempera auf Gewebe
70.7 × 47.2 cm
C 80.082
Dübi-Müller-Stiftung
Ausgestellt

Das Bildnis Ferdinand Hodlers (1853–1918) entstand im Auftrag des Biberister Papierfabrikanten und Kunstsammlers Oscar Miller. Es ist die zweite Fassung des Motivs und Amiet malte bis zu Hodlers Tod kein Bildnis mehr von seinem älteren Kollegen, mit dem ihn eine zwischen Bewunderung und Konkurrenzneid wechselnde Beziehung verband. In späteren Jahren gestaltete er postume Porträts , unter anderem eine Büste in Stein. Die Halbfigur des 45-jährigen Hodler, der eine Mundharmonika in der Hand hält, ist in tonaler Feinmalerei ausgeführt. Die dazu kontrastierenden bunten, organischen Flächen des Hintergrunds sind ein Ausschnitt aus einem Entwurf zu Hodlers sogenannten Marignano-Fresken für das neuerbaute Landesmuseum in Zürich. Sie lösten einen heftigen Kunstskandal aus und trugen entscheidend zu Hodlers Ruhm bei. Das Bildnis ist somit auch ein Statement für die Freiheit der modernen Kunst.



Franz Müller