Foto: SIK-ISEA, Zürich

François Diday 1802–1877
Gewittersturm, 1858

Öl auf Leinwand
101 × 131 cm
A I 47
Übernommen vom Kunstverein Solothurn, 1879
Ausgestellt

Das Bild spiegelt den spätromantischen Geist der von Diday und seinem Schüler Alexandre Calame (1810–1864) begründeten Genfer Schule. Neben Alpen-Bildern malte Diday auch flache Landschaften mit dramatischen Wetter-Szenen. Bei «Gewittersturm» verbinden sich Naturbeobachtung und symbolische Anschauung. Das schief im Wind stehende Wegkreuz trotzt wie die Eichen einem mächtigen Sturm, der auch einem Reiter und seinem Begleiter entgegenschlägt. Eine fehlende Baumkrone unterstreicht die Gefährdung, das kräftige Wurzelwerk die Standfestigkeit der Eichen. Der Feldweg steht sinnbildlich für den Lebensweg. In seinem Sturm-Bild drückte Diday, ein liberaler Politiker und Offizier, aber wohl auch patriotische Gefühle aus. Als Ordonnanzoffizier von General Henri Dufour (1787–1875) wurde er im «Rheinfeldzug» (1856/57) Zeuge der Kriegsgefahr zwischen der Eidgenossenschaft und Preussen.



Christoph Vögele