Silvie Defraoui *1935
PLIS ET REPLIS, 2002

1-Kanal-Video auf Röhrenmonitor, Farbe, Ton Stereo, 17'45", PAL, 4:3, Edition 1/5
143 × 59 × 50.5 cm
A 2003.1
Ankauf, 2003

Nacheinander werden Bälle aus Hochglanzpapier auf eine schwarze Fläche geworfen. Von zwei behandschuhten Händen glattgestrichen, lassen sich auf dem weissen Hintergrund bald projizierte Fotografien erkennen. So schnell, wie die Papiere erscheinen, werden sie wieder entfernt, teilweise auch verbrannt. Der Titel der Arbeit «Plis et Replis» – übersetzbar mit «Falten und Wiederfalten» – verweist auf die Sichtbarmachung bereits existierender Bilder, deren Neubetrachtung und Wiederentfernung. Die Fotografien selbst stammen aus Pressematerialien und stehen in Silvie Defraouis Arbeit stellvertretend für das kollektive Gedächtnis aktueller Ereignisse, wobei die Künstlerin zugleich den täglichen Überfluss solcher Bilder und den flüchtigen Konsum hinterfragt. Obwohl die Motive zunächst vertraut erscheinen, verunmöglicht auch hier der schnelle Vorgang ihres Verschwindens eine intensivere Auseinandersetzung.



Katrin Sperry