Ian Anüll
*1948
Out of a box, 1995
1-Kanal-Videoinstallation auf Röhrenmonitor, Farbe, Ton Stereo, 2'27", PAL, 4:3, in Kartonschachtel auf Player und Boxen
47
×
60.4
×
50
cm
A 2003.54
Ankauf, 2003
Ausgestellt
Auf einer mit Abfall beladenen Strasse in Bangkok spielt ein Junge mit einer Kartonbox. Der Karton wird vom Spielzeug zur Behausung und zum Versteck – das Kind erschafft sich eine eigene Welt, während die Passant*innen unbeteiligt an ihm vorbeiziehen. Diese zufällige Beobachtung überführt Ian Anüll in die Videoskulptur «Out of a box». Im musealen Kontext erscheint nun ein schwerer Fernsehmonitor in einem abgenutzten Karton. Durch die Doppelung des einfachen Materials – im Video sowie als Teil der Installation selbst – wird die Kluft zwischen den zwei Welten deutlich spürbar: Das Kunstwerk im geschützten Raum und die im Video sichtbar werdende Verletzlichkeit der Strassenkinder stehen für zwei voneinander abgekoppelte Realitäten, die gleichzeitig existieren. Anülls Arbeit formt sich hier zu einem politischen Statement, das soziale Verantwortung einfordert. Damit reiht sich das Werk in die Schaffensweise des Künstlers ein, der mit dem Einsatz alltäglicher Fundstücke sowie mit der kritischen Betrachtung von Konsumwelt und Massenmedien unsere Wahrnehmung gesellschaftlicher Werte herausfordert.
Katrin Sperry