Luzia Hürzeler
*1976
L'occhio del Pantheon, 2008
1-Kanal-Video, Farbe, ohne Ton, 3'00", HD, 16:9, Edition 1/3
A 2010.77
Ankauf, 2010
Der Blick führt durch die kreisrunde Öffnung der Kuppel in das Innere des Pantheons. Das sogenannte ‹Auge› (L’occhio) ist die einzige natürliche Lichtquelle des sakralen Rundbaus und lässt Sonnenstrahlen wie Regentropfen in den Raum fallen. Mit dieser Kameraeinstellung kehrt Luzia Hürzeler für einmal die gewohnte Perspektive der Besuchenden um. Zeitgleich verweist sie mit dem Motiv des Auges auf den Akt des Sehens und Erkennens. So mutiert das Pantheon durch die Kameraeinstellung zu einer Art Camera obscura. Das Video zeigt den Moment nach dem Fall der Rosenblätter durch die Öffnung – ein Pfingstritual, dem zahlreiche Gläubige beiwohnen. Aus der Höhe erscheinen die Menschen dabei wie Ameisen, die sich scheinbar strukturlos im Raum bewegen. Die Arbeit ist typisch für Hürzelers Auseinandersetzung mit Zeit, Abläufen und Prozessen.
Katrin Sperry