Anina Schenker *1971
Atmemich, 2009

1-Kanal-Video auf LCD-Bildschirm, Farbe, Ton, 7'10", HD, 16:9, Edition 2/5, Flachbildschirm in Metallrahmen
108.5 × 64 × 15 cm
B 2011.12
Depositum des Kunstvereins Solothurn, Schenkung des Kantons Solothurn, 2011
Ausgestellt

Mit stoischer Gelassenheit und kaum sichtbaren Atembewegungen blickt eine Person direkt in die Kamera. Nach und nach tritt weisser Rauch aus ihrem Mund, verdichtet sich und füllt innerhalb weniger Sekunden den ganzen Bildraum. Dann aber zieht sich der Nebel wieder zurück, und hinter dem Weiss erscheint eine neue Silhouette, die den Betrachtenden regungslos entgegenblickt. Dieser Vorgang wiederholt sich mit immer neuen Personen, bis das Video – als Loop angelegt – von vorne beginnt. In ihrer Arbeit beschäftigt sich Anina Schenker mit existenziellen Fragen nach einer Verbundenheit, die über das Atmen zwischen Menschen entsteht. Die Rauchschwaden lassen sich als eine mögliche Kommunikationsform lesen und somit als Ausdruck von Emotionen und Gedanken, die in regelmässigen Intervallen auftauchen und wieder verschwinden und so zwischen den Personen zirkulieren. Auch wenn die Gesichter vorerst teilnahmslos erscheinen, so verweist die Künstlerin mit dem Titel «atmemich» gleichwohl auf einen elementaren, existenziellen Vorgang.



Katrin Sperry