Renate Eisenegger
*1949
BIN, 1977
s/w-Fotografie, Analog-Abzüge, Unikat
8-teilig, je 40
×
30
cm
A 2022.024
Ankauf, 2022
Ausgestellt
Renate Eisenegger arbeitet vorwiegend performativ, zeichnerisch, schriftstellerisch und fotografisch. An der Kunstakademie Düsseldorf (1968–1971) entschied sie sich für die neu gegründete Filmklasse, die ihrem Drang nach experimentellem Arbeiten entsprach und weniger von vorherrschenden Traditionen besetzt war. In «BIN», einer Serie von Schwarz-Weiss-Fotografien, steht die Künstlerin den Betrachtenden zugewandt, mit nacktem weiss bemaltem Körper vor einer Schranke aus horizontal gespannten Gummibändern. Die Figur verstrickt sich im Folgenden zunehmend im Hindernis, bis sie auf der anderen Seite, schwarz bemalt in Rückenansicht, zu stehen kommt. Zum Ausdruck gelangen Eiseneggers kreative Energie, aber auch die Schwierigkeiten, die, insbesondere als selbstbestimmte weibliche Künstlerin, mit der Befreiung aus restriktiven Gesellschaftsstrukturen verbunden sind. Schliesslich fehlt im Titel das entsprechende Personalpronomen, das es zu einer einfachen, jedoch existenziellen Konjugation vervollständigen würde: Ich bin.
Katrin Steffen