Sanierung des Kunstmuseums Solothurn
Die geplante Sanierung schafft die Voraussetzungen dafür, dass die bedeutende Sammlung des Kunstmuseums Solothurn auch künftig fachgerecht bewahrt, zeitgemäss präsentiert und einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden kann. Sie garantiert den Fortbestand eines lebendigen Ausstellungsbetriebs und sichert gleichzeitig den Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudes für die kommenden Jahrzehnte. Die Sanierung macht das Kunstmuseum Solothurn fit für die Zukunft!
Ausgangslage
In den vergangenen Jahrzehnten wurden am und im Kunstmuseum Solothurn verschiedene bauliche Massnahmen umgesetzt. Dazu gehören die Fassadenrenovation im Jahr 1996 sowie die Erweiterung des Kulturgüterschutzraums zur fachgerechten Aufbewahrung der Sammlung, die 2016 abgeschlossen werden konnte. Trotz dieser Investitionen wurde die bestehende Bausubstanz des Museumsgebäudes von 1902 jeweils nur punktuell in Stand gesetzt. Der aktuelle Zustand des Gebäudes weist wesentliche Defizite auf. Die Mängel beeinträchtigen den Ausstellungsbetrieb bereits heute: Die klimatischen Bedingungen sind so instabil (enormer Hitzeeintrag im Sommer bis zu übermässiger Trockenheit im Winter), dass die Werke Gefahr laufen, beschädigt zu werden. Denn ein schwankendes Raumklima kann sich negativ auf Materialien, Oberflächen und Strukturen der Objekte auswirken. Diesem Risiko sind die eigenen Bestände derzeit ausgesetzt. Zudem müssen Museen, die temporäre Ausstellungen durchführen oder Leihgaben anderer Institutionen entgegennehmen, spezifische Klimavorgaben einhalten. Institutionen, Sammlungen und Private verlangen Garantien für ein angemessenes Raumklima, bevor sie wertvolle Stücke ausleihen. Ohne Einhaltung dieser international definierten Standards kann ein Museum von Leihnahmen ausgeschlossen werden. Aktuell erfüllt das Kunstmuseum Solothurn diese Vorgaben nicht.
Verschiedene Untersuchungen zeigten, dass die erforderlichen raumklimatischen Bedingungen mit einer ausschliesslichen Sanierung der Gebäudehülle nicht erreicht werden können. Gleichzeitig wurden im Zuge der Zustandsanalyse Sanierungsbedarf bei der Gebäudetechnik, den brandschutztechnischen Einrichtungen sowie bei verschiedenen schadstoffbelasteten Bauteilen festgestellt. Die vorgesehenen Sanierungsmassnahmen berücksichtigen sämtliche sicherheitsrelevanten, betrieblichen und baulichen Anforderungen und führen diese in einem Gesamtsanierungsprojekt zusammen.
Planungsphasen
Im Jahr 2022 beschloss der Gemeinderat, ein selektives Planerwahlverfahren durchzuführen, bei dem Generalplaner-Teams Konzepte zur Sanierung des Bauwerks einreichen konnten. Die öffentliche Ausschreibung erfolgte im November desselben Jahres. Im Mai 2023 wurde das Projekt SCHAU SCHAU von Aebi & Vincent Architekten SIA AG, Bern, im 1. Rang ausgewählt und das Vorprojekt für die Ausarbeitung freigegeben. Dabei wurden neben den baulichen Massnahmen für die Sanierung der Gebäudehülle, die Verbesserung des Raumklimas und die damit verbundene erforderliche Erneuerung der Gebäudetechnik auch die Anforderungen an den Museumsbetrieb, den Brandschutz, den denkmalpflegerischen Umgang sowie die Wirtschaftlichkeit über den gesamten Lebenszyklus untersucht. Die Ergebnisse konnten im November 2024 der Gemeinderatskommission vorgestellt werden. Im Rahmen der Beratungen wurden verschiedene zusätzliche Abklärungen verlangt und in der Folge vom Bereich Hochbau der Stadt Solothurn ein Grundlagenbericht für alle drei Liegenschaften der städtischen Museen erarbeitet. Auf dieser Basis fiel im Juni 2025 im Gemeinderat der Strategieentscheid zur Ausarbeitung des Bauprojekts «Kunstmuseum Solothurn – Gebäudehüllensanierung inkl. Klimaverbesserung der Ausstellungssäle».
Die Bauprojektphase fand im Frühjahr 2026 ihren Abschluss. In enger Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege und gebührendem Respekt in Bezug auf die historische Substanz soll das Kunstmuseum Solothurn ertüchtigt werden, um den gesetzlichen Anforderungen und schliesslich einer modernen Nutzung gerecht zu werden.
Das Sanierungsprojekt in Kürze
Mit der Sanierung der Gebäudehülle inkl. Klimaverbesserung der Ausstellungssäle und Erneuerung der Gebäudetechnik, der Innensanierung und der Umsetzung von Nutzerbedürfnissen soll das Kunstmuseum Solothurn den gesetzlichen Anforderungen (Brandschutz) angepasst werden unter Berücksichtigung der betrieblichen Anforderungen, der denkmalpflegerischen Vorgaben sowie der langfristigen Werterhaltung der bestehenden Bausubstanz. Das Sanierungsprojekt verfolgt das Ziel, die bestehenden baulichen und betrieblichen Mängel gesamtheitlich zu beheben und die langfristige Nutzung des Kunstmuseums als bedeutende Kulturinstitution sicherzustellen.
Schliesslich geht es bei dem Sanierungsprojekt um weit mehr als um ein Gebäude. Es geht darum, einen Ort zu erhalten, der Menschen zusammenbringt und dem kulturellen Reichtum unserer Region Sichtbarkeit verleiht.