Die Welt ist schön und so verschieden, eigentlich müssten wir uns alle lieben.
21.1.–12.5.24
Ganzes Parterre
Yves Netzhammer
Die Welt ist schön und so verschieden, eigentlich müssten wir uns alle lieben.

In der gross angelegten Einzelausstellung wird das Kunstmuseum Solothurn für Yves Netzhammer (*1970) zum weissen Zeichenblock: Von Raum zu Raum entspinnt sich mittels unterschiedlicher Motive und Medien ein fortlaufendes Narrativ. Der Künstler entwickelt indes seine unverwechselbare Bildsprache weiter, mit der er sich international einen Namen gemacht hat.

Die vielgestaltige Praxis von Netzhammer fusst auf der Zeichnung, die in der Solothurner Sammlung eine wichtige Rolle spielt. Er knüpft an die lange Tradition des Mediums als Projektions- und Reflexionsfläche an und bringt sie in die technologische wie sozialpolitische Gegenwart. Getreu der Arbeitsmethode des Künstlers entstand auch dieses Ausstellungsprojekt rein situativ. Im Zentrum seiner Solothurner Präsentation stehen Wandzeichnungen, die das Setting für multimediale Installationen sind und im dramaturgischen Finale zur raumfüllenden Panoramadarstellung avancieren. In sieben Räumen, unterteilt in poetische Kapitel, angefangen mit «Blätter sind Fragen der Luft», eröffnet sich ein assoziatives Bildernetz. In der Ausstellung schliesst der Künstler eine Klammer um Bild, Körper, Raum und Vorstellungskraft, um uns in einen ebenso sinnlichen wie gedanklichen Dialog zu verstricken.

In zwei neuen, animierten Zeichnungsfilmen entfaltet die Linie ihr unerschöpfliches Potential: sie mutiert zum Umriss, zur Fläche, zum Volumen, zum Körper – nur, um sich aufs Neue zu transformieren. Die Zeichensprache des Künstlers lebt vom Metamorphen und Surrealen: ein iPhone entspringt einer Brotscheibe, der menschliche wird zum tierischen Körper, die zärtliche Umarmung zur schmerzhaften Verwicklung. Die Reduktion aufs Wesentliche verstärkt die Wirkungskraft der Figuren, ihre Stilisierung macht sie zu idealen Stellvertreter*innen für unterschiedlichste Betrachter*innen. In der Bildwelt des Künstlers spiegeln sich Überlegungen zu kunsthistorischen Gattungen wie Landschafts-, Historien- oder Porträtmalerei, bis hin zu sich verändernden kollektiven und individuellen Identitäten.

Netzhammers Linie ist in stetem Wandel begriffen, zugleich Verbindungselement und schmaler Grat. Er schärft unsere Sinne für komplexe Übersetzungsmanöver, die unser Wahrnehmen und Empfinden im Heute prägen. Es ist ein kontinuierliches Übertragen und Skalieren zwischen unterschiedlichen Bildtechnologien und räumlichen Dimensionen, das der Künstler anleitet; ein Vermitteln zwischen körperlichen und virtuellen Realitäten, zwischen äusseren und inneren Welten, zwischen individuellen und gemeinschaftlichen Werten. Immer wieder geht es um Liebe und Gewalt in der Beziehung von Menschen, Natur und Technologie, um Alltag und Magie und um das Aushalten von Ambivalenz und Widersprüchlichkeit – wobei der Künstler uns die Sprach(un)fähigkeit der Bilder in einer von Bildern regierten Welt testen lässt. Der Kosmos des Künstlers ist nicht frei von Konflikten, doch von Grund auf getragen von Empathie: Die Welt ist schön und so verschieden, eigentlich müssten wir uns alle lieben.

Besonderer Dank an den Swisslos-Fonds des Kantons Solothurn, Stiftung Baloise Bank AG, Sturzenegger-Stiftung, Schaffhausen und Videocompany, Zofingen

Ausstellungsansicht Yves Netzhammer, Die Welt ist schön und so verschieden, eigentlich müssten wir uns alle lieben, Kunstmuseum Solothurn, Foto: David Aebi

Ausstellungsansicht Yves Netzhammer, Die Welt ist schön und so verschieden, eigentlich müssten wir uns alle lieben, Kunstmuseum Solothurn, Foto: David Aebi

Ausstellungsansicht Yves Netzhammer, Die Welt ist schön und so verschieden, eigentlich müssten wir uns alle lieben, Kunstmuseum Solothurn, Foto: David Aebi

Ausstellungsansicht Yves Netzhammer, Die Welt ist schön und so verschieden, eigentlich müssten wir uns alle lieben, Kunstmuseum Solothurn, Foto: David Aebi

Ausstellungsansicht Yves Netzhammer, Die Welt ist schön und so verschieden, eigentlich müssten wir uns alle lieben, Kunstmuseum Solothurn, Foto: David Aebi

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