Kinder/Familien

Erzählmorgen
Neu am Sonntag, 21. Juni 2020, 10-12 Uhr

Wir lauschen Geschichten, Legenden und Sagen aus und um Solothurn. Passend zu den Bildern verschiedener Solothurner Künstlerinnen und Künstler in der Ausstellung Genius Loci Salodorensis.
In Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendabteilung der Zentralbibliothek Solothurn.

 

Familientreffen
Neu am Sonntag, 23. August, 10-12 Uhr

In der Sammlung. Nach einem gemeinsamen Einstieg arbeiten die Kinder und ihre erwachsenen Begleiter separat: Claudia Leimer bietet ein Programm mit gestalterischen Arbeiten für Kinder an, Regula Straumann führt die Erwachsenen durch die Ausstellung. Am Schluss der Veranstaltung kommen alle zusammen und tauschen ihre Beobachtungen und Erlebnisse aus.
Für Familien mit Kindern ab 4 Jahren

 

Wenn Berge sich erheben
Neu am Dienstag und Mittwoch, 13./14. Oktober, 11-16 Uhr

Mit Seidenpapier legen wir Schicht um Schicht, bis Silhouetten entstehen, die an Bergketten erinnern. In der Ausstellung Michel Grillet:  Across the Universe gibt es noch andere Naturschauspiele zu entdecken.


Zusätzlich finden Sie hier neue gestalterische Ideen zur Kunstvermittlung für zuhause. Diese richten sich an Kinder ab 10 Jahren und Jugendliche. Die Inhalte erweitern unsere Publikation Die Sammlungsschlange (2016). Viel Spass beim Ausprobieren!

Weiterführende Ideen rund um das Thema Licht

Phänomen Licht

Wie entsteht Licht? Was hat Licht mit unserer Wahrnehmung zu tun? Wie verändern sich Farben durch das Licht? Komme diesen Fragen zu den naturwissenschaftlichen Aspekten des Lichtes im Internet auf die Spur und schreibe eine kurze Zusammenfassung.

Licht im Impressionismus

Der Begriff Impressionismus stammt von dem Französischen „impression“ und bedeutet „Eindruck“. Das Revolutionäre am Impressionismus war, dass die Künstler anfingen ihre Wahrnehmung zu beobachten. Das Licht und seine Wirkung hatte es den Malern des Impressionismus angetan. Mit ihrer neuen Malweise, aus Punkten und kleinen Strichen, versuchten sie das natürliche Licht in ihren Bilder wiederzugeben. Die Impressionisten arbeiteten hauptsächlich im Freien oder im Atelier mit wechselnder Beleuchtung. Einige Impressionisten malten dasselbe Motiv zu verschiedenen Tageszeiten oder Jahreszeiten, um den Unterschied bei wechselnder Beleuchtung zu zeigen. Finde heraus, was diese Erkenntnisse mit der Malerei der Impressionisten zu tun hat, und male selbst ein Bild im impressionistischen Stil.

Licht beobachten

Beobachte an mehreren Tagen das Licht in der Landschaft. Es sagt etwas über das Wetter, die Tages- und die Jahreszeit aus. Beschreibe diese Eindrücke mit Worten, zeichne oder fotografiere sie. Du kannst über mehrere Wochen auch eine Art Tagebuch dazu führen. Bringe deine Resultate, sobald wieder möglich, ins Kunstmuseum mit und vergleiche sie mit den Landschaftsbildern der Sammlung.

Lichtspuren

Versuche mit einer Taschenlampe in der einen und einem Stift in der anderen Hand, Lichtspuren gleichzeitig auf ein Blatt zu zeichnen. Wechsle dann die Hand. Variante zu zweit: Ein grosses Papier an der Wand befestigen. Raum abdunkeln. A zeichnet mithilfe einer Taschenlampe Lichtspuren auf das Papier, welche B nachzuzeichnen versucht.

Schattentheater

Bereits mit einer einfachen LED-Taschenlampe lassen sich in einem abgedunkelten Raum Schattenspiele an Wände oder Decken zaubern. Experimentiere mit verschiedenen Materialien. Benutze deine Hände, um verschiedene Figuren an die Wand zu bannen. Stelle eigene Figuren aus schwarzem Papier her und befestige sie an Grillspiess-Stäbchen oder ähnlichem. Schreibe ein Drehbuch, führe das Ganze vor Publikum auf, oder halte es mit einer Kamera fest.

Lichtexperimente

Versuche mit Gegenständen, die du zu Hause hast (z. B. Sonnenbrillen, farbige Folien, Lupen, Kaleidoskope, Prismen, Spiegel, Diaprojektor, Beamer etc.), eigene Lichtexperimente durchzuführen und zu dokumentieren. Hier fünf Experimente zum nachmachen:

Halte ein Glas Wasser ohne zu zittern vor eine Kerzenflamme. Das Auge soll etwas unterhalb der Wasseroberfläche bleiben, worauf nach einigem Probieren auf einem schwarzen Hintergrund ganz deutlich ein umgekehrtes Bild der Kerze erscheint. Das Bild entsteht durch Reflexion der schrägen Strahlen, die die Oberfläche des Wassers treffen ohne sie zu durchdringen.

Lasse zwei Lampen (verschiedenfarbig oder mit Folien) von verschiedenen Richtungen auf Objekt scheinen. Einzeln zeigt sich normaler Schatten. Bei beiden zugleich siehst du verschieden getönte Schatten.

Schließe 10 Minuten die Augen (Sehzellen max. Empfindlichkeit), dann kurz auf und wieder zu. Du siehst das ganze Zimmer mehrere Sekunden lang Schwarz-Weiss (durch die geschlossenen Lider). Wenn das gesehene Objekt in Bewegung war, ist es eingefroren. Bewegst du den Kopf, so wandert es mit.

Fixiere unbewegt einen Gegenstand, dann guck auf weisse Wand. Du siehst das Negativ, da die gegenfarbigen Teile der Sehnerven empfindlicher wurden.

Ein paar Tropfen Milch in ein Glas Wasser geben und beleuchten. Schaut man durch das Glas auf die Lichtquelle, so sieht man eine gelb-rötliche Farbe, schaut man seitlich drauf, so ist es bläulich.

Quiz zum Thema

1. Kann der Mensch ohne Licht existieren?
A) Ja
B) Nein

2. Was sind Spektralfarben?
A) Die sieben ungemischten, reinen Farben verschiedener Wellenlänge, die bei der spektralen Zerlegung von Licht entstehen und die nicht weiter zerlegbar sind.
B) Die Farben, welche im Regenbogen vorkommen.

3.Was ist Licht?
A) Eine Welle, ähnlich wie Schall
B) Ein Strom von Teilchen

4. Wann redet man bei einem Gemälde von Eigenlicht?
A) Wenn Figuren und Gegenstände auf einem Bild keine Schatten werfen, also kein Licht von aussen auf die Szene fällt, sondern die Bildwelt als solche durch ihre Farben leuchtet.
B) Wenn die Figuren sich selbst mit einer Lichtquelle, wie z. B. einer Kerze beleuchten.

5. Wann redet man von symbolistischen Landschaften?
A) Wenn es in einer Landschaftsdarstellung viele Symbole bzw. Zeichen wie z. B. ein Wegkreuz, kegelförmige Lichtstrahlen u. a. gibt.
B) Wenn es sich um eine erfundene Landschaft handelt, die einen Seelenzustand wiederspiegelt, wie z. B. bei Trachsels Gemälde.

6. Wie findet die Malerei Mittel und Wege, um sich von der Fotografie abzusetzen?
A) Eine Möglichkeit besteht darin, klar auf die formalen Momente eines Bildes hinzuweisen. Eine Leinwand ist immer flach und nur durch die Hand des Künstlers wird darauf eine Illusion eines Raumes gezaubert.
B) Indem die Malerei versucht, perfekter als die Fotografie zu sein.

7. Wie wird das Licht bei Cuno Amiets Gemälde ins Bild gebracht?
A) Hier wird das Licht durch die Leuchtkraft der Farben ins Bild gebracht.
B) Die Sonne strahlt von ausserhalb des Bildes auf die Landschaft.

8. Was ist der Unterschied zwischen einem Körperschatten und einem Schlagschatten?
A) Keiner, beides ist dasselbe.
B) Schatten, die Körperteile machen und den Körper dreidimensional erscheinen lassen, nennt man Körperschatten. Der Schatten, der den Körper mit seiner Umgebung verbindet, nennt man Schlagschatten.

 

Gedichte zum Thema Licht

Suche Gedichte zum Thema Licht. Welches gefällt Dir am besten? Male ein Bild dazu. Findest du eines, das zur „Traumlandschaft“ von A. Trachsel oder zum „gelben Hügel“ von C. Amiet passt?

Licht mit offenen und geschlossenen Augen wahrnehmen

Lege dich auf eine Wiese und beobachte den Himmel eine Weile. Was verändert sich alles? Schliesse anschliessend die Augen. Welche Farben und Formen siehst du nun? Was hörst du für Geräusche? Was fühlst du auf deiner Haut? Wie riecht es um dich herum? Lese anschliessend das Gedicht von Arno Holz. Stimmt es mit deinen Erfahrungen überein? Falls nicht, versuche in eigenen Sätzen deine gemachten Beobachtungen und Empfindungen zu beschreiben.


Mählich durchbrechende Sonne (Arno Holz)

Schönes,
grünes, weiches
Gras.

Drin
liege ich.

Inmitten goldgelber
Butterblumen!

Über mir … warm … der Himmel:

Ein
weites, schütteres,
lichtwühlig, lichtblendig, lichtwogig
zitterndes
Weiss,
das mir die
Augen
langsam … ganz … langsam
schließt.
 

Wehende … Luft … kaum merklich
ein Duft, ein
zartes … Summen. 

Nun
bin ich fern
von jeder Welt,
ein sanftes Rot erfüllt mich ganz,
und
deutlich  . . .  spüre ich  . . .  wie die
Sonne
mir durchs Blut
rinnt. 

Minutenlang.

Versunken
alles  . . .  Nur noch
ich. 

Selig!

Selber dichten

Ein Gedicht muss sich nicht reimen, sondern kann etwas auch einfach treffend beschreiben. Schreibe eine Haiku, ein Elfchen oder eine Formkopie zu einem der beiden Gemälde oder zum Thema Licht.


Gelb bricht aus dem Bild

Nur Kirschbäume sind Zeugen

Blauer Himmel strahlt

  1. Zeile: 1 Wort           Frühling
  2. Zeile: 2 Wörter      Alles spriesst
  3. Zeile: 3 Wörter      Der Hügel gelb
  4. Zeile: 4 Wörter     Die Pflanzen streben himmelwärts
  5. Zeile: 1 Wort         Glasklar

Die erste Zeile bestimmt das Thema, z. B. ein Oberbegriff, ein Gefühl, ein Gedanke, eine Farbe u. a. Die nächsten drei Zeilen beschreiben das Thema genauer. Wichtig ist, dass jede Zeile für sich abgeschlossen sein sollte. Ein Gedanke bzw. ein Satz sollte sich also nicht über mehrere Zeilen ziehen. Die Wahl des Schlusswortes der letzten Zeile soll sorgfältig gefällt werden, da es das Vorangehende entweder zusammenfassen oder eine überraschende Wende in den Text bringen soll.

Formkopie: Lies das Gedicht von M.L. Kaschnitz mehrere Male und versuche anschliessend, ein eigenes Gedicht mit derselben Struktur zu schreiben, z.B. zu einer anderen Jahreszeit wie das Muster rechts daneben.


Tritte des Herbstes                                Farben des Frühlings

Du lieber Herbst                                            Du bunte Jahreszeit

Das Laub                                                         Der Hügel

Noch heiss vom Sommer                             Noch gelb voller Blumen

Und leuchtet feurig                                      Und blendet grell

Dann im Wind                                               Dann am Himmel

Die feinen                                                       Die grosse

Knöchernen Tritte                                       Weisse Wolke

Zweigauf                                                        Mehr rechts

Zweigab.                                                        Als links.

M.L. Kaschnitz                                             R. Straumann

Gedichte gestalterisch umsetzten

Lies das Gedicht Mählich durchbrechende Sonne von Arno Holz. Wähle einen Abschnitt, der dich anspricht und mache eine gestalterische Arbeit (z. B. Zeichnung, Gemälde, Fotoserie, Video, Tonaufnahme, Musikkomposition etc.) dazu.

Mythologische Geschichten

Suche mythologische Geschichten zum Thema Licht und lies einige davon. Warum ist das Licht für Menschen seit jeher wichtig und treibt sie um? Schreibe deine Gedanken dazu auf.


Lösungen Aufgaben Licht

Folgende Aussagen stimmen:

2. LIcht kann durch Glanz sichtbar gemacht werden.

3. Licht kann durch weisse Flecken sichtbar gemacht werden.

4. Licht erkennt man am Schatten.

5. Licht kann sich spiegeln.

6. Licht kann durch Farben sichtbar gemacht werden.

8. Licht kann auf das Paradies verweisen.


Lösungen Quiz

1. B) Nein. Erklärung: Der Mensch selbst braucht kein Sonnenlicht um zu überleben, aber ohne Sonnenlicht würde kein Leben auf der Erde existieren, d.h. indirekt könnte der Mensch ohne Sonnenlicht nicht überleben.

2. A) und B sind korrekt.

3. A) und B) sind korrekt. Erklärung: Es klingt paradox: Ein Lichtstrahl besteht einerseits aus einem Strom von Teilchen (den Photonen), vergleichbar mit einer Ladung Schrotkugeln, die von einem Gewehr abgeschossen wird. Andererseits verhält sich dieser Photonen-Strom im Ganzen ähnlich wie eine Schallwelle: So können sich etwa unter bestimmten Bedingungen zwei Lichtstrahlen, genau wie zwei Schallwellen, gegenseitig auslöschen und Dunkelheit bzw. Stille erzeugen, während zwei Ladungen Schrotkugeln sich immer zu einer doppelten Ladung addieren. Physiker sprechen aufgrund dieser doppelten Natur des Lichts vom Welle-Teilchen-Dualismus.

4. A) Wenn Figuren und Gegenstände auf einem Bild keine Schatten werfen, also kein Licht von aussen auf die Szene fällt, sondern die Bildwelt als solche durch ihre Farben leuchtet.

5. B) Wenn es sich um eine erfundene Landschaft handelt, die einen Seelenzustand wiederspiegelt, wie z. B. bei Trachsels Gemälde.

6. A) Eine Möglichkeit besteht darin, klar auf die formalen Momente eines Bildes hinzuweisen. Eine Leinwand ist immer flach und nur durch die Hand des Künstlers wird darauf eine Illusion eines Raumes gezaubert.

7. A) Hier wird das Licht durch die Leuchtkraft der Farben ins Bild gebracht.

8. B) Schatten, die Körperteile machen und den Körper dreidimensional erscheinen lässt, nennt man Körperschatten. Der Schatten, der den Körper mit seiner Umgebung verbindet, nennt man Schlagschatten.


Kunstmuseum Solothurn 2020
Ein Kulturengagement des Lotteriefonds des Kantons Solothurn
Ideen und Texte: Regula Straumann
Illustrationen: Francesca Sanna


Das Kinder- und Jugendbuch Die Sammlungsschlange kann unter kunstmuseum@solothurn.ch bestellt werden. Preis: 25.-
Mit der ISBN-Nr. 978-3-033-05496-7 ist es auch im Buchhandel erhältlich.