Die Sammlung Gerhard Saner

Schweizer Kunst von Ferdinand Hodler bis Max Bill

21.08.2022 – 30.10.2022
Kunstmuseum Solothurn, ganzes Parterre

Vernissage: 20. August 2022, 17h

Mit ihrer einzigartigen Kombination aus Werken der frühen Moderne und der konstruktiv-konkreten Schweizer Kunst der Nachkriegszeit gehört die Sammlung von Gerhard Saner zu den bedeutendsten Privatsammlungen der Schweiz. Bereits in den 1960er‑Jahren erwarb Gerhard Saner (* 1938) die ersten Werke von Ferdinand Hodler und Cuno Amiet, der bis heute zu Saners Lieblingsmalern gehört. Dem jungen Sammler aus dem Seeland mit seiner leidenschaftlichen Begeisterung für Schweizer Kunst boten die Solothurner Kunstmäzene Oscar Miller (1862–1934) und Josef Müller (1887–1977) Inspiration und Orientierung. Ihr heutiges Gesicht verdankt die Sammlung nicht zuletzt den freundschaftlichen Beziehungen, die Gerhard Saner zu Künstlern und Künstlerinnen pflegte, allen voran zu Max Bill (1908–1994). Eine repräsentative Auswahl von rund 100 Werken ist exklusiv im Kunstmuseum Solothurn zu Gast.

Mit Werken von Ferdinand Hodler, Max Buri, Cuno Amiet, Giovanni Giacometti, Edouard Vallet, Alice Bailly, Gustave Buchet, Adolf Dietrich, Max Bill, Camille Graeser, Fritz Glarner, Richard Paul Lohse, Verena Loewensberg, Karl Gerstner u. a.

Cuno Amiet, Der grosse Garten, 1929, Öl auf Leinwand, 120 x 150 cm, Sammlung Gerhard Saner, Foto: SIK-ISEA, Zürich (Philipp Hitz)

Dieter Roth

Quadrat, Zirkel, Spirale

21.08.2022 – 30.10.2022
Kunstmuseum Solothurn, 1. Stock, Nordwestsäle

Vernissage: 20. August 2022, 17h

Die täglichen Pendelfahrten zwischen Solothurn und Bern verbringt Dieter Roth (1930–1998) als junger Grafikerlehrling mit kubistischen Zeichnereien. Auf der Suche nach der eigenen Formensprache verfolgt der werdende Künstler ab 1950 konstruktivistische Experimente: farbige Quadrate etwa werden durch optische Effekte in Bewegung versetzt. Mit Gleichgesinnten gründet er die Zeitschrift «Spirale», die Roths Tätigkeit als Verleger, Designer und Dichter lanciert. Auf Zirkelzeichnungen folgen kinetische Drehbilder industrieller Machart oder aus alltäglichen Materialien. Die kleine Sammlungsausstellung «Quadrat, Zirkel, Spirale» wirft einen Blick auf Roths frühe konstruktivistische Arbeiten und sein nachhaltiges Wirken in der Region.

Dieter Roth, Puzzle, Serie von 13 Siebdrucken, 1958/1997, auf eingefärbtem Graukarton, gestanzt, 41.5 x 58.5 cm, Ankauf 1998

Bricolage

25.10.2022 – 12.02.2023
Kunstmuseum Solothurn, 1. Stock, grosser Oberlichtsaal

Der Traum, die Lücke zwischen Kunst und Leben zu schliessen, zeichnet eine Kunstbewegung aus, die 1960 in Paris entsteht: der Nouveau Réalisme. Ziel der Neuen Realisten ist es, die traditionellen Grenzen der bildenden Kunst zu sprengen und mit bisher ungenutzten Techniken und Materialien die banale Alltagsrealität in die Kunst zu integrieren. So erweitern sie ihren Spielraum um bis dahin unentdeckte Dimensionen. Ihr künstlerisches Inventar ist secondhand, ihre Methode das «poetische Recycling», denn in den Überresten der zivilisierten Welt entdecken sie die Schönheit der Kunst. Diese Ideen finden in der Schweiz, vor allem in Bern und am Jurasüdfuss, grossen Anklang. Im Licht der zeitgenössischen Konsumgesellschaften profilieren sich auch die heutige Bricoleur*innen nicht als Kund*innen, sondern als Re- und Upcycler*innen. Improvisation und Freiheit, Sammelleidenschaft und ein ausgeprägter Sinn für den Zauber alltäglicher Dinge stehen in dieser Sammlungspräsentation im Fokus

Mit Werken von Franz Eggenschwiler, Christoph Hess, Alfonso Hüppi, Flo Kaufmann, Dieter Roth, Gottfried Röthlisberger, Daniel Spoerri, Jean Tinguely, Ben Vautier u. a.

Daniel Spoerri, La pelote de ficelle, 1960, 29 x 97 x 12.5 cm, Ankauf 1997

Kunstverein Solothurn, 38. Kantonale Jahresausstellung

19.11.2022 – 01.01.2023
Kunstmuseum Solothurn, ganzes Parterre

Vernissage: 19. November 2022, 17h

Der Kunstverein Solothurn ist 2022 wiederum Veranstalter der Kantonalen Jahresausstellung. Teilnahmeberechtigt sind Kunstschaffende, die im Kanton Solothurn wohnen oder heimatberechtigt sind, die als Mitglieder der visarte.solothurn, den Kunstvereinen Olten oder Solothurn oder der Kunstgesellschaft Grenchen angehören. Eine Fachjury, zusammengesetzt aus ausgewiesenen Persönlichkeiten der nationalen Kunstszene und zwei Mitgliedern des Vorstands des Kunstvereins Solothurn, trifft eine Auswahl an Werken aus den eingereichten Dossiers. Resultat ist eine abwechslungsreiche, sparten- und medienübergreifende Ausstellung, die aktuelle Einblicke in die Vitalität und das Potenzial der Solothurner Kunstszene erlaubt. An der Vernissage wird zum sechsten Mal der Auszeichnungspreis der Stadt Solothurn und des Kunstvereins Solothurn für eine herausragende Arbeit verliehen.

Blick in die 36. Jahresausstellung mit Werken von Luzia Hürzeler, Sonja Feldmeier, Dawn Nilo, Otto Lehmann und Jürg Ottiger
Foto: David Aebi, Bern © Kunstverein Solothurn

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Kunstverein Solothurn, Freispiel

20.11.2022 – 01.01.2023
Kunstmuseum Solothurn, Graphisches Kabinett

Vernissage: 19. November 2022, 17h

Die Förderung jüngerer Künstler*innen mit Bezug zur Region ist dem Kunstverein ein zentrales Anliegen. Das «Freispiel» ist ein eigenständiges Ausstellungsformat, das jeweils parallel zur Kantonalen Jahresausstellung stattfindet. Die vielbeachtete Plattform bietet jüngeren Kunstschaffenden die Möglichkeit, je einen Raum im Graphischen Kabinett des Kunstmuseums Solothurn zu bespielen und ihre Arbeit einem breiteren Publikum vorzustellen. Die drei ausgewählten künstlerischen Positionen stammen aus einem kleinen Pool von Künstler*innen, die eine Arbeitsgruppe des Kunstvereins Solothurn vorgängig in ihren Ateliers besucht und begleitet hat. Neben qualitativen Gesichtspunkten ist bei der Auswahl auch der Anspruch auschlaggebend, eine dynamische und vielfältige Gruppenausstellung zu realisieren.

Ausstellungsansicht Freispiel 2020, mit einem Werk von Franziska Baumgartner
Foto: David Aebi, Bern © Kunstverein Solothurn