Hémisphère

12.04.2022 – 16.10.2022
Kunstmuseum Solothurn, 1. Stock, grosser Oberlichtsaal

Wichtige Schenkungen der beiden Künstlerinnen Ingeborg Lüscher (* 1936) und Silvie Defraoui (* 1935) sind Anlass dieser Sammlungspräsentation, in der Sinn und Sinnlichkeit einander zuspielen. In der titelgebenden Fotografie «Hémisphère» (1993) führt Silvie Defraoui vor, wie das menschliche Auge dazu trainiert ist, eine waagrechte Linie sofort als Horizont und ein Querformat als Landschaft zu lesen. Vor dem Hintergrund unserer Informationsgesellschaft, in der alles nur noch über zwischengeschaltete Medien vermittelt wird, stellt die Künstlerin die Frage nach authentischen Landschafts- und Naturerfahrungen. Ingeborg Lüscher spürt in ihren Werken der Beziehung zwischen Natur und Mensch, Licht und Dunkelheit, Leben und Vergänglichkeit nach. Während sich die Bilder aus den frühen 1980er‑Jahren auf die Ausstrahlung des Menschen konzentrieren, erzählen die späteren Vulkanbilder von den ungezähmten Kräften der Natur.

Mit Werken von Ruth Berger, Miriam Cahn, Silvie Defraoui, Ingeborg Lüscher und Andrea Wolfensberger.

Silvie Defraoui, Hémisphère, 1993, Fotografie, weisser Wachs, 142 x 292 x 5 cm

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Balance

1970–1990: Kunst, Gesellschaft, Umwelt

15.05.2022 – 31.07.2022
Kunstmuseum Solothurn, ganzes Parterre und Graphisches Kabinett

Am 2. März 1972 schockiert der Club of Rome die Welt mit einer unerhörten Behauptung: «Es gibt nicht genug!» In der Studie «Die Grenzen des Wachstums» sind Wissenschaftler*innen zum Schluss gekommen, dass der Kurs, den die Welt eingeschlagen hat, in letzter Konsequenz unweigerlich zur Zerstörung des Planeten führen wird. Bezüge zwischen Umweltzerstörung und Ungleichgewichten in der Gesellschaft werden bald erkannt, Umweltorganisationen gegründet – und die Schweizerinnen haben endlich Stimmrecht. Die Ausstellung «Balance» zeigt, wie Künstler*innen damals die «wirkliche Welt» entdecken, den Verantwortungsbereich der Kunst erweitern und Stellung beziehen. Die Ausstellung geht von der Schweizer Szene aus und zeigt internationale Vernetzungen auf.

Mit Agnes Barmettler, Ueli Berger, Joseph Beuys, Heidi Bucher, Miriam Cahn, Judy Chicago, Agnes Denes, Maria Dundakova, Renate Eisenegger, Hans Haacke, Ana Mendieta, Ulrike Rosenbach, Beatrix Sitter-Liver, Doris Stauffer und George Steinmann

Kuratiert zusammen mit Marianne Burki, Kunsthistorikerin

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Le Crocrodrome est mort, vive le Crocrodrome

15.05.2022 – 31.07.2022
Kunstmuseum Solothurn, 1. Stock, Nordwestsäle

Zur Eröffnung des Centre Georges Pompidou 1977 in Paris schaffen Bernhard Luginbühl (1929–2011), Jean Tinguely (1925–1991), Niki de Saint Phalle (1930–2002) und Daniel Spoerri (* 1930) ein 30 Meter langes, begehbares Gemeinschaftskunstwerk: das «Crocrodrome». Das Kunstmuseum Solothurn ist im Besitz der Entwurfszeichnung, die Bernhard Luginbühl während des mehrmonatigen Aufbaus in Paris anfertigt. Signiert ist sie von «Zig & Puce»; dem Pseudonym, das die Künstlerfreund*innen als Team verwenden. Die Zeichnung bildet den Ausgangspunkt für eine Ausstellung, die dem «Crocrodrome» nachspürt und dazu weitere Werke der beteiligten Künstler*innen ins Spiel bringt.

Plan für «Crocrodrome», 1977, Tusche, Tempera, Gebäck auf Papier, 132 x 277.5 cm, Ankauf mit einem Beitrag der Freunde des Kunstmuseums Solothurn, 1987

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